Vibe-Coding: Druck auf Apple wegen App-Store-Abweisungen

Schnell mit dem iPhone eigene Programme entwickeln: Das versprechen Vibe-Coding-Apps. Doch noch werden sie nur unter bestimmten Umständen von Apple zugelassen.

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Vibe-Coding (Symbolbild)

Vibe-Coding (Symbolbild): Die Nachfrage wird immer größer – auch mobil.

(Bild: daily_creativity / Shutterstock.com)

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KI-Firmen und ihre Investoren sind verärgert, weil Apple bei Vibe-Coding-Anwendungen im App Store offenbar keine klare Linie verfolgt. Der Konzern hatte in der Vergangenheit mehrfach ganze Apps oder auch deren Updates blockiert, weil diese seiner Ansicht nach gegen die Regeln des Softwareladens verstoßen. Die Entwickler halten dieses Vorgehen für „erratisch“, wie einige gegenüber der britischen Finanzzeitung Financial Times mitteilten. Kritik kam laut FT unter anderem von Replit, einem mittlerweile mit neun Milliarden US-Dollar bewerteten Vibe-Coding-Spezialisten, der von bekannten Silicon-Valley-Risikokapitalfirmen wie Andreessen Horowitz unterstützt wird.

Replit wurde demnach mehrfach mit der Blockade von Updates für seine iPhone-App konfrontiert. Das habe das Unternehmen „überrascht und enttäuscht“, da man sich doch „seit Jahren auf der Plattform an [Apples] Regeln gehalten“ habe. Es gebe nun Diskussionen mit dem iPhone-Hersteller. Vibecode, einem anderen Anbieter von Vibe-Coding-Apps, erging es ähnlich, auch hier wurden Updates nicht sofort durchgelassen. Apples Hauptproblem scheint zu sein, dass Vibe-Coding-Apps Nutzern erlauben, mit wenigen Prompts ganze Programme zu entwickeln, die dann als Web-App ausgeführt und verteilt werden können – letzteres dann am App Store vorbei.

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Weniger störend ist offenbar, wenn sich das Vibe-Coding nur in der App selbst abspielt, ohne dass man das Ergebnis herausgeben kann. Mit Apple im Konflikt steht auch das Start-up Anything, dessen Vibe-Coding-App laut eigenen Angaben mehrfach im App Store blockiert und sogar nachträglich gesperrt worden war. Andere Anbieter wie Lovable oder Cursor sind derzeit noch vorsichtig und bieten gar keine iOS-App an.

Neben Vibe-Coding-Apps für iOS selbst gibt es einen noch größeren Hype um das Erstellen ganzer iOS-Apps über Vibe-Coding-Tools auf Mac und PC. Die Zahl der iOS-Anwendungen an sich stieg um 30 Prozent allein im vergangenen Jahr, was auch damit zu tun haben dürfte. Apple selbst bietet mittlerweile für Xcode Vibe-Coding-Möglichkeiten an, hinzu kommen diverse weitere SDKs. Auch Anthropic Claude Code oder OpenAI Codex spucken iOS-Apps aus, wenn man das wünscht.

Die Vibe-Coding-Firmen und ihre Finanziers hoffen darauf, dass Apple im App Store klarere Regeln findet. Das Thema Sicherheit sei kein guter Grund, sagte etwa David George von Andreessen Horowitz. Denkbar ist auch, dass sich Regulierer einschalten – die EU erzwingt etwa eine App-Store-Öffnung über den Digital Markets Act.

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(bsc)