Dringender Handlungsdruck: Quartalsergebnisse von Audi und BMW

Die Autoindustrie gerät durch den Iran-Krieg und die US-Zollankündigung auf Autos stärker unter Druck als bisher. Wie wollen Audi und BMW damit umgehen?

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AUDI E5 Sportback

Auf dem AUDI E5 Sportback, dem ersten Modell einer neuen Marke für China, ruhen große Hoffnungen. Allerdings verschärfen sich in China die Bedingungen nun ebenfalls.

(Bild: Audi)

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Inhaltsverzeichnis

Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts für die deutsche Autoindustrie fiel im April auf minus 23,8 Punkte, nach minus 19 Punkten im März. Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU auf 25 Prozent zu erhöhen, dürfte den Ausblick weiter verschlechtern. Zudem könnte die Unsicherheit bei Firmen und Haushalten steigen und zur Zurückhaltung beim Kauf von Neuwagen führen. Unter anderem Audi und BMW geraten dabei unter Druck. In China kommt zur harten einheimischen Konkurrenz eine Kaufzurückhaltung bei Elektroautos, nachdem der Staat deren Förderung gestrichen hat. Wie ihre Ergebnisse für das erste Quartal 2026 aussehen und wie sie unter den neuen Bedingungen gegensteuern wollen, haben sie heute bekannt gegeben.

Bei den Auslieferungen strebt BMW das Vorjahresniveau von 2,46 Millionen Fahrzeugen an. Wie BMW in einer Pressemitteilung bekanntgab, liegt der Vorsteuergewinn (EBT) 2026 voraussichtlich leicht unter dem Vorjahreswert von 10,2 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge im Automobilgeschäft wird bei 4 bis 6 Prozent erwartet, nach 5,3 Prozent im Jahr 2025. US-Importzölle belasteten die Marge bereits um rund 1,25 Prozentpunkte. Exakte Zahlen will die Marke am 6. Mai veröffentlichen.

BMW kommt derzeit mit der Produktion des iX3 kaum hinterher. Wer jetzt bestellt, muss mehr als ein Jahr auf sein neues Auto warten.

(Bild: BMW)

Positiv verläuft der Marktstart der neuen Elektro-Modellgeneration „Neue Klasse“. Das batterieelektrische SUV BMW iX3 verzeichnet bereits mehr als 50.000 Bestellungen. „Mehr als die Hälfte der bestellten BMW X3 sind vollelektrisch“, sagte Vertriebsvorstand Jochen Goller auf der Bilanzpressekonferenz. Die elektrische Limousine BMW i3 auf „Neue-Klasse“-Basis folgt 2026, die Produktion in München startet im August. BMW will bis 2027 mehr als 40 Modelle auf der neuen Plattform anbieten. Das Unternehmen rechnet für 2026 mit einem Elektroauto-Anteil von etwa 18 Prozent – genau wie im Vorjahr. Gleichzeitig kündigte BMW einen Führungswechsel an: Milan Nedeljkovic, bislang Produktionsvorstand, wird nach der Hauptversammlung am 13. Mai 2026 neuer Konzernchef und löst Oliver Zipse ab.

Weltweit lieferte BMW im ersten Quartal des laufenden Jahres 565.748 Fahrzeuge aus, ein Rückgang um 3,5 Prozent. In China sanken die Auslieferungen von BMW und Mini um 10 Prozent auf 143.958 Einheiten. Der Konzern reagiert mit Händlerunterstützung und Netzanpassungen. Die Immobilienkrise und der harte Wettbewerb lokaler Hersteller belasten das Geschäft. In Europa stiegen die Bestellungen für Elektrofahrzeuge um 40 Prozent, in Deutschland um 10,7 Prozent auf 68.022 Fahrzeuge. Finanzvorstand Walter Mertl erwartet für 2026 einen Free Cashflow im Automobilbereich von über 4,5 Milliarden Euro, nach 3,2 Milliarden Euro 2025. Ein mögliches Handelsabkommen zwischen EU und USA könnte die Zollbelastung auf null reduzieren. Der scheidende Konzernchef Oliver Zipse hinterlässt seinem Nachfolger das Ziel, vor Ende des Jahrzehnts drei Millionen verkaufte Autos pro Jahr zu erreichen.

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Auch Audi kämpft mit den schwierigen Marktbedingungen. Im ersten Quartal 2026 sank der Gewinn nach Steuern um 11 Prozent auf 559 Millionen Euro – der vierte Rückgang in Folge. Im ersten Quartal 2022 hatte Audi noch 2,9 Milliarden Euro verdient. Der Umsatz fiel von 15,4 auf 14,2 Milliarden Euro. In China brach der Ergebnisbeitrag von 170 auf 28 Millionen Euro ein, die Auslieferungen sanken um 12 Prozent auf 127.109 Fahrzeuge.

Der batterieelektrische A6 soll Audi aus dem Tief holen. Das Zeug dazu hat er, wie er im Test unter Beweis stellte.

(Bild: Clemens Gleich / heise Medien)

Finanzchef Jürgen Rittersberger bezifferte die Belastung durch US-Zölle auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. „Ohne Zölle wäre Gewinnwachstum möglich gewesen“, sagte er. Die globalen Auslieferungen gingen im ersten Quartal um 6,1 Prozent auf 360.106 Einheiten zurück, in Nordamerika sogar um 27 Prozent. Das Finanzergebnis im China-Geschäft sank von 170 Millionen vor einem Jahr auf nur mehr 28 Millionen Euro. Dazu kam eine Modellwechsel-Delle beim Audi A6, von der sich die Verkäufe aber erholen sollen. Für den chinesischen Markt führte Audi eine neue Wortmarke „AUDI“ ohne die bekannten Ringe ein. In Partnerschaft mit SAIC soll 2026 ein zweites Modell folgen. Der Finanz-Manager bei Audi räumte ein: „Unsere Ergebnisentwicklung zeigt klar, dass wir erheblichen Handlungsdruck haben.“ Audi will Kosten senken und die Effizienz steigern. Das Werk Neckarsulm sei „entscheidend, modern und ausgelastet“.

(fpi)