Verschobene Siri: Apple will 250 Millionen US-Dollar an Kläger zahlen

Apples bereits im Sommer 2024 angekĂĽndigte verbesserte Sprachassistentin ist immer noch nicht umgesetzt. In einem US-Klageverfahren gibt es nun eine Einigung.

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Siri auf verschiedenen Geräten

Siri auf verschiedenen Geräten: Noch hat sich in Sachen KI wenig getan.

(Bild: Apple)

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Apple will US-Klagen wegen der Verzögerungen bei neuen KI-Funktionen für die Sprachassistenz Siri mit einer Zahlung von 250 Millionen US-Dollar (rund 214 Millionen Euro) beilegen. Die Vergleichsvereinbarung wurde der zuständigen Richterin im US-Bundesstaat Kalifornien nun zur Bestätigung vorgelegt, heißt es in einem entsprechenden Dokument (Az. 5:25-cv-02668-NW). Profitieren sollen jedoch nur in Amerika ansässige Kunden, die sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums eines der damals neu eingeführten iPhone-Modelle gekauft haben.

Hintergrund des Verfahrens ist eine verzögerte Weiterentwicklung von Siri mit kontextsensitiven KI-Funktionen: Apple hatte sie bei seiner Entwicklerkonferenz WWDC bereits im Juni 2024 angekündigt und zum Start der iPhone-16-Modellreihe im Herbst zeitweise auch Werbung dafür im Fernsehen gemacht. Dann kam es immer wieder zu Verschiebungen – bis heute sind die Features nicht eingeführt worden. Die verbesserte Siri sollte für Nutzer hilfreicher werden, weil sie Zugang zu persönlichen Informationen der Nutzer hat und quer über verschiedene Apps auf Apple-Geräten aktiv werden sollte – inklusive des Auslesens von Bildschirminhalten.

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Unter anderem im März 2025 musste der Konzern jedoch bekannt geben, dass sich die Software verzögert. Sie habe nicht verlässlich genug funktioniert, um sie zu veröffentlichen, hieß es später. Inzwischen stellt Apple die personalisierte Siri für dieses Jahr in Aussicht, allerdings kam dann auch mit iOS-Versionen wie iOS 26.4 zunächst nichts. Momentan wird mit einer Vorstellung zusammen mit iOS 27 im Herbst gerechnet. Andere angekündigte KI-Funktionen wie Live-Übersetzungen und Text-Korrektur führte Apple seitdem schrittweise ein.

Von der Vergleichsvereinbarung sollen US-Kunden profitieren, die sich zwischen der WWDC-Präsentation am 10. Juni 2024 und Apples Verzögerungseingeständnis am 7. März 2025 eines der damals aktuellen iPhone-16-Modelle oder ein iPhone 15 Pro gekauft hatten. Mit dem Vergleich gesteht Apple, wie bei solchen Einigungen üblich, kein Fehlverhalten ein. Wie viel Geld pro Kunde genau herauskommt, ist noch unklar, es könnten aber zwischen 25 und unter 100 Dollar pro Nase sein.

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Ein Beispiel für die neuen KI-Funktionen, die Software-Chef Craig Federighi bei der WWDC 2024 präsentiert hatte, und das so immer noch nicht funktioniert: Ein Arbeitstermin sollte verschoben werden und Siri sollte ihm sagen, ob er es dann immer noch zur Theater-Aufführung seiner Tochter schaffen würde. Um diese Frage zu beantworten, müsste die Software unter anderem wissen, wo der verschobene Termin und die Aufführung sind – und anhand des Verkehrs die Fahrzeit berechnen. Der ursprüngliche Plan von Apple für die Umsetzung solcher Funktionen erwies sich jedoch offenbar als technische Sackgasse, weswegen der Konzern zwischenzeitlich umsteuerte. Nun lässt er sich unter anderem von Googles Gemini helfen.

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(bsc)