Donnerstag: Anthropic-Kooperation mit SpaceX, Hondas Aufgabe von Elektroplänen
Claude-Ausbau dank Colossus + Hondas Elektro-RĂĽckzug in Kanada + Schwalbe-Roller vor elektrischem Comeback + DSGVO-Beschwerde gegen LinkedIn + #heiseshow
(Bild: Gorodenkoff / Shutterstock.com)
Die Nutzungslimits für Claude-Abonnenten und die Anzahl von Tokens bei API-Nutzung des KI-Modells werden enorm angehoben. Grund ist offenbar, dass sich Anthropic neue KI-Rechenkapazitäten bei SpaceX gesichert hat – wohl bald auch aus dem All. Denn die KI-Firma zeigt Interesse an Elon Musks Plan von Rechenzentren im Orbit. Derweil stellt Honda das seit 2024 in Nordamerika verkaufte elektrische SUV Prologue ein. Zudem wird eine in Kanada geplante Fabrik für Akkus und Elektroautos doch nicht gebaut. Dafür hatte sich der japanische Hersteller bereits Milliarden-Subventionen gesichert. In Deutschland verfolgt das Lingener Unternehmen Emco die gegensätzliche Strategie, denn es hat sich die Markenrechte an der Schwalbe gesichert. Der Elektromotorroller soll demnächst wieder in Suhl gebaut werden, wo die Original-Schwalbe ab Mitte der 1960er Jahre bis 1986 gebaut wurde. Bald soll sie elektrisch zurückkommen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Anthropic ist eine Partnerschaft mit SpaceX eingegangen und hat sich dabei einen Großteil der KI-Rechenkapazitäten in dessen großen Supercomputer Colossus gesichert. Gleichzeitig und vielleicht auch deshalb erhöht das KI-Unternehmen die Nutzungslimits für Abonnenten seiner KI-Modelle dramatisch. Anwender von Claude Code bekommen deutlich mehr Nutzungszeit, und das bisherige Limit in Spitzenzeiten wird aufgehoben. Zudem werden die API-Grenzen für Token von Claude Opus deutlich angehoben. Diese Upgrades sind ab sofort nutzbar. Für die Zukunft erwägt Anthropic aber auch die Nutzung von Rechenzentren im Weltall für die eigenen KI-Modelle, nämlich die von Elon Musk angestrebten Datenzentren auf Satelliten im Erdorbit: Anthropic erhöht Claude-Nutzung für KI-Abonnenten durch Kooperation mit SpaceX.
Honda wird das gemeinsam mit General Motors entwickelte Elektro-SUV Prologue aus dem Sortiment streichen. Es wurde seit 2024 in Nordamerika verkauft und beruht zu weiten Teilen auf dem Chevrolet Blazer EV. Stattdessen setzt Honda in Nordamerika fortan auf Hybridautos. Parallel stoppen die Japaner ihre Vorbereitungen fĂĽr den Bau einer Fabrik fĂĽr Elektroautos und Akkumulatoren in Kanada. Anfang 2024 hatte der Autokonzern die Errichtung eines neuen Elektroautowerks in Kanada angekĂĽndigt, samt angeschlossener Akkumulatorenherstellung. DafĂĽr sollten Milliarden flieĂźen, plus Subventionen. Doch vor einem Jahr hat Honda das Projekt um zwei Jahre aufgeschoben. Grund war die geringe Nachfrage nach Elektroautos in Nordamerika: Honda storniert Elektroauto-Fabrik in Kanada, streicht E-SUV.
Die wichtigsten E-Autos (79 Bilder)

(Daten, Stand: 25.10.23)
Spitzenleistung 210 - 250 kW
Batteriekapazität brutto/netto 82/76,6 kWh
max. AC-Ladeleistung 11 kW
max. DC-Ladeleistung 175 kW
Reichweite (WLTP)Â 450 bis 562 km
Stromverbrauch (WLTP kombiniert)Â 15,6 bis 19,4
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Kofferraumvolumen: 520 - 1490 Liter
Grundpreis (brutto, Stand: 27.10.23): ab 52.950 Euro
(Bild: Audi )
Eine gegensätzliche E-Strategie verfolgt der niedersächsische Elektrorollerhersteller Emco. Dieser lässt das traditionsreiche Kleinkraftrad Schwalbe wieder aufleben. Es soll am historischen Ort produziert werden. Das Unternehmen aus Lingen im Emsland hat nach eigenen Angaben „eine Absichtserklärung zur Lizenzübernahme“ der Marke Schwalbe unterzeichnet. Zudem sei eine Produktionshalle in Suhl angemietet worden. Die steht im Stadtteil Heinrichs auf dem historischen Gelände des Herstellers Simson, der die Schwalbe ab Mitte der 1960er Jahre baute. Die Produktion der historischen Schwalbe endete 1986. Jetzt will Emco sie wieder starten. Die Produktion in Suhl soll noch in diesem Jahr anlaufen, aber Details wollte Emco noch nicht nennen: Elektromotorroller Die Schwalbe kehrt zurück nach Suhl.
Die Microsoft-Tochter LinkedIn verfolgt und speichert, wer welche Nutzerprofile abruft. Das wird für Reklamezwecke ausgewertet. Gegen Gebühr von rund 30 Euro monatlich kann zudem jeder Nutzer die Liste der Besucher seines eigenen Profils einsehen. Soll LinkedIn dieselbe Information allerdings im Rahmen einer DSGVO-Auskunft herausrücken, geht das angeblich nicht. Diesen Widerspruch möchte ein österreichischer LinkedIn-Nutzer nicht länger hinnehmen. Er hat bei der Datenschutzbehörde des Landes Beschwerde gegen LinkedIn Ireland erhoben, um die Plattform zur umfassenden Auskunft zu verpflichten und zudem zu bestrafen. Die Datenschutz-Organisation Noyb (None of your business) unterstützt den Beschwerdeführer. Dazu sagt Noyb: „LinkedIn sperrt DSGVO-Rechte hinter Bezahlschranke”.
In der heutigen Ausgabe der #heiseshow besprechen wir unter anderem ein DNS-Problem beim DENIC, wodurch Millionen .de-Domains zeitweise nicht aufgelöst werden konnten. Wie anfällig ist die zentrale Internet-Infrastruktur für solche Ausfälle? Zudem diskutieren wir die vom EU-Parlament geforderte Milliardenabgabe für große Technologiekonzerne, mit der Big Tech stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens herangezogen werden soll. Ist eine solche Digitalsteuer auf EU-Ebene überhaupt umsetzbar? Wir sprechen auch über das Comeback des Brotkastens. Jahrzehnte nach seinem ursprünglichen Erscheinen soll der Commodore 64C in einer modernisierten Version zurückkehren. Was steckt hinter dieser Neuauflage? Das sind die Themen heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: .de-Domain-Probleme, EU-Digitalsteuer, Commodore 64C.
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Auch noch wichtig:
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- Dienstagabend waren .de-Domains wegen DNSSEC-Fehlern nicht erreichbar. Einiges lässt sich rekonstruieren, aber noch schweigt sich die DENIC über die Ursache aus: Was bisher über die Probleme mit .de-Domains bekannt ist.
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(fds)