Polnische E-Autofirma plant Kooperation mit Foxconn für neues Werk in Südpolen
Nach Fehlstart mit eigenen Elektroautos sucht ElectroMobility Poland die Kooperation mit Foxconn. In Schlesien soll ein gemeinsames Werk für E-Autos entstehen.
(Bild: EMP)
Der 2016 von mehreren staatlichen Energieunternehmen Polens gegründete Zusammenschluss „ElectroMobility Poland“ (EMP) strebt eine Partnerschaft mit dem taiwanischen Elektrotechnikkonzern Hon Hai Technology an, im Westen als Foxconn bekannt. Gemeinsam soll ein neues Werk für Elektroautos im südpolnischen Jaworzno gebaut werden, zu dem auch ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum gehört. Bislang gibt es nur Gespräche auf hoher Ebene, verbindliche Vereinbarungen sollen in der zweiten Hälfte dieses Jahres unterzeichnet werden.
Auftragsfertiger Foxconn plant seit Jahren, neben Elektronik auch Elektroautos im Auftrag herzustellen. Vor rund einem Jahr wurde berichtet, dass Foxconn bald Elektroautos für Mitsubishi bauen könnte. Die entsprechende Kooperation wurde im Mai 2025 vereinbart. Laut Mitsubishi-Mitteilung werden die in Taiwan entwickelten und produzierten Elektroautos noch im Laufe dieses Jahres unter der Marke Mitsubishi in Australien und Ozeanien verkauft.
Zweiter Anlauf für Elektroautos von EMP
EMP wollte bereits 2023 mit der Produktion eigener Elektroautos unter der Eigenmarke „Izera“ beginnen, ebenfalls in einem neuen Werk im schlesischen Jaworzno. Doch nach etlichen Verzögerungen durch bei weitem nicht erreichte Ziele hat die polnische Regierung das Projekt Ende 2024 eingestellt und Izera als Automarke aufgegeben, wie polnische Branchenmedien meldeten. Doch innerhalb der EU steigt der E-Auto-Anteil jetzt wieder, begünstigt durch die höheren Benzinpreise aufgrund der Konflikte im Nahen Osten, sodass EMP nun offenbar einen zweiten Anlauf plant.
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Dazu hat die polnische Regierung diese Woche Vertreter von EMP und Foxconn in das Ministerium für Staatsvermögen zu Verhandlungen über eine zukünftige Kooperation geladen, erklärt EMP. Im Raum steht die Formierung eines Joint Ventures für den Bau von Elektroautos unter einer polnischen Marke. Die in Polen entwickelten und gebauten Fahrzeuge sollen zunächst drei Modelle umfassen, die in Europa angeboten werden sollen.
Plan für großes Werk noch nicht unterschriftsreif
Die Produktionsstätte für E-Autos in Jaworzno soll Karosseriebau, Lackiererei, Batteriemontage, Montage der elektrischen Antriebseinheit und Endmontage der Fahrzeuge umfassen. Das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum soll sich auf Software-, Datenanalyse- und digitale Mobilitätslösungen konzentrieren. Ergänzt wird das Projekt durch gemeinsame Investitionen in das breitere Ökosystem der Elektromobilität, mit Schwerpunkt auf dem Batteriesektor.
Finanziert wird das Projekt über den nationalen Wiederaufbauplan und den Reprivatisierungsfonds Polens, aus dem auch EMP im Dezember 2025 rekapitalisiert wurde. Foxconn soll sowohl Technologie als auch Kapital in das Joint Venture einbringen. EMP, Foxconn und die polnische Regierung haben sich dem Projekt jetzt verschrieben, aber konkrete Vereinbarungen sollen erst im Laufe dieses Jahres geschlossen werden.
(fds)