Sony und TSMC bilden Joint-Venture für Kamerasensoren
Sony wird „fab light“: Künftige Sensoren, nicht nur für Smartphones, sollen in Japan zusammen mit TSMC hergestellt werden.
Sonys 24-Megapixel-Sensor für die A9 III mit Global Shutter.
(Bild: Sony)
Sony und TSMC haben eine Absichtserklärung (memorandum of understanding) für weitere gemeinsame Chipfabriken unterzeichnet. Das noch nicht mit einem eigenen Namen versehene Joint Venture soll „Bildsensoren der nächsten Generation“ herstellen, mehr zur Technik verrieten die beiden Unternehmen noch nicht.
Fest steht aber laut gleichlautenden Mitteilungen von Sony und TSMC, dass Sony die Leitung des neuen Unternehmens übernehmen wird. Eine erste gemeinsame Sensorfabrik soll in der Stadt Koshi auf der südlichsten japanischen Großinsel Kyushu entstehen. In der dortigen Präfektur Kumamoto steht bereits die erste gemeinsame Fabrik der beiden Unternehmen, die dafür 2021 bereits ein anderes Joint Venture gegründet hatten, die Japan Advanced Semiconductor Manufacturing, Inc. (JASM). Seit Ende 2024 läuft in dieser Chipfabrik die Serienfertigung.
Sensor-Primus und Halbleitermeister vereint
Sony gilt als einer der größten Hersteller von Kamerasensoren der Welt und ist in vielen Bereichen technologisch führend. Ein Beispiel ist die Systemkamera A9 III, die 120 Bilder pro Sekunde im Raw-Format mit Global Shutter aufnehmen kann – deren Sensor hat Sony bisher noch keinem anderen Unternehmen zur Verfügung gestellt. Auch Bildwandler für Cine-Kameras, Smartphones, Autos und Roboter stellt Sony her. Bereits vor einem Jahr gab es Gerüchte, Sony wolle seine Sensorsparte verkaufen – was das Unternehmen aber dementierte. Bisher fertigte Sony die Sensoren vorwiegend selbst, hatte aber bereits einen Teil der Herstellung zu JASM ausgelagert.
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Das soll nun forciert werden. Wie Sony-Chef Hiroki Totoki am Freitag laut Bloomberg in einer Runde von Analysten sagte, ist das neue Joint Venture „der erste Schritt zu fab-light“ für das Unternehmen. Das lässt sich insofern interpretieren, dass Sony seine eigene Halbleiterfertigung nicht aufgeben, aber zunehmend mit Partnern betreiben will. Bereits im Januar hatte Sony ein anderes Joint Venture mit dem chinesischen Unternehmen TCL gegründet, das künftig unter anderem Fernseher mit der Marke Sony herstellen soll. Auch hier behielten die Japaner die Mehrheit der Anteile, die Fertigung der Geräte wird aber – offenbar anders als bei den Sensoren – komplett abgegeben.
(nie)