Französisches Gericht kippt iPhone-Exklusivvermarktung
Die France-Telecom-Tochter Orange darf das iPhone nicht mehr exklusiv anbieten, entschied ein Pariser Berufungsgericht. Während die Wettbewerber schon in den Startlöchern stehen und iPhone-Kunden akquirieren, will Orange vor die nächste Instanz ziehen.
France Telecom darf das iPhone in Frankreich nicht mehr exklusiv über seine Tochter Orange vertreiben. Ein Berufungsgericht in Paris machte dem vom Hersteller bevorzugten Vertriebsmodell für das Apple-Handy per Entscheidung vom heutigen Mittwoch vorläufig ein Ende. Das Gericht entschied, dass die exklusive Vermarktung über nur einen Mobilfunkanbieter den Wettbewerb behindere und Verbraucher beeinträchtige.
Damit bestätigte der Richter einen zuvor ergangenen Beschluss der französischen Wettbewerbsaufsicht, die den iPhone-Markt im Dezember vorläufig für die Wettbewerber geöffnet hatte. Das Verfahren geht auf eine Beschwerde des kleineren Orange-Konkurrenten Bouygues Telecom vom September vergangenen Jahres zurück, der sich im weiteren Verlauf Vivendi-Tochter SFR und die Verbraucherorganisation UFC Que Choisir angeschlossen hatten.
France Telecom kündigte nach Bekanntwerden des Urteils am heutigen Mittwoch an, gegen die Entscheidung des Berufungsgerichts vor die höchste französische Instanz, den Kassationsgerichtshof, zu ziehen. Die Wettbewerber dagegen freuten sich über das Urteil und wollen bereits laufende Gespräche schnell beenden, um das iPhone auch zu verkaufen. Interessenten können sich auf den Websites von Bouygues und SFR bereits für das iPhone registrieren.
Apples exklusives Distributionsmodell musste in Frankreich an das strenge Verbraucherrecht angepasst werden. Bereits zum Vermarktungsstart des iPhone im Herbst 2007 musste Orange das Smartphone auch ohne Simlock und Vertrag anbieten. (vbr)