Radioaktiv kontaminierte US-Soldaten verklagen Fukushima-Betreiber
71 Soldaten, die auf der USS Ronald Reagan nach dem Erdbeben und Tsunami im März 2011 vor der japanischen Küste im Hilfseinsatz waren, werfen dem Betreiber des havarierten AKW Fukushima vor, sie nicht vor den Gefahren gewarnt zu haben.
71 Soldaten der US-Navy, die nach dem Erdbeben und Tsunami im März 2011 auf dem Flugzeugträger USS Ronald Reagan vor der japanischen Küste zur Hilfe im Einsatz waren, haben den Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima vor einem Gericht in San Diego auf Schadenersatz verklagt. Sie werfen Tokyo Electric Power Company (Tepco) vor, das US-Militär nicht vor den Gefahren der radioaktiven Verseuchung durch Wasser aus dem Atomkraftwerk gewarnt zu haben. Dabei sei den Tepco-Verantwortlichen die Gefahr durchaus bewusst gewesen.
Tepco hatte nach der Havarie des AKW Millionen Liter Wasser ins Meer geleitet. Dieses wurde auf der Ronald Reagan entsalzt, die Soldaten putzten sich damit die Zähne, wuschen sich damit und tranken es. Nun leiden 71 Mitglieder der Besatzung unter Folgen radioaktiver Kontaminierung wie Hodenkrebs, Hirntumore, Leukämie und Fruchtbarkeitsstörungen. Eine der Betroffenen hatte vergangenes Jahr bereits geklagt, aber das Gericht hatte die Klage wegen unklarer juristischer Zuständigkeiten abgelehnt. Daraufhin hat der beauftragte Anwalt die Klage nachgebessert und erneut eingereicht.
Der US-amerikanische Environment News Service zitiert einen Sprecher der US-Navy, laut dem die Soldaten der Radioaktivität nicht lange ausgesetzt gewesen seien. Allerdings sei ein Zusammenhang mit dem Hilfseinsatz der USS Ronald Reagan vor Fukushima unbestreitbar, denn alle Erkrankten seien bis dahin im Alter von Anfang 20 und bei guter Gesundheit gewesen.
Unterdessen wurde auch Kritik an der NSA laut. Es sei schwer vorstellbar, dass der US-Geheimdienst, der unter anderem die Regierenden in Deutschland und Brasilien und sogar den Vatikan abgehört habe, seine technischen Möglichkeiten nicht genutzt haben soll, um sich Informationen rund um die Fukushima-Katastrophe einzuholen. Nun sei fraglich, warum die NSA ihren Informationsstand nicht an die Navy weitergegeben haben könnte, schrieb die Washington Times in einem Kommentar. Schließlich sei es eine Aufgabe der NSA, die US-Truppen zu schützen. (anw)