Apple Watch: Blutsauerstoff-App nicht medizinisch – und erst ab 18

Die Smartwatch blockiert die SpO2-Messung bei Minderjährigen. Apples Familienkonfiguration sperrt zudem EKG und Blutsauerstoff-App auf Geräten von Senioren.

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Apple Watch

Apple-COO Jeff Williams bei der Präsentation des SpO2-Sensors.

(Bild: dpa, Apple/Apple via AP/dpa)

Lesezeit: 2 Min.

Bei Apple Watch Series 6 und der neuen Familienkonfiguration gibt es mehrere Einschränkungen zu beachten: Die Blutsauerstoff-App funktioniert erst ab 18 Jahren, wie Apple inzwischen mitteilte – bei jüngeren Nutzern verweigert die App eine Messung. Das Alter wird anhand des bei der Einrichtung der Apple Watch angegebenen Geburtsdatums ermittelt oder aus den in der Health-App auf dem iPhone eingetragenen Gesundheitsinfos bezogen.

Einen Grund für die Beschränkung nannte Apple bislang nicht. Auch bei der integrierten EKG-App spricht Apple eine Altersempfehlung aus – sie ist für Personen ab 22 Jahren ausgelegt –, blockiert die Funktion aber nicht bei jüngeren Nutzern.

Die von der Blutsauerstoff-App erhobenen Werte sind sowieso weder für "medizinische Zwecke" noch eine Selbstdiagnose gedacht, wie der Hersteller warnt. Die Messwerte würden sich nur für "Wellness- und Fitness-Zwecke" eignen. Die erfassten Werte seien weitestgehend "nutzlos" und variieren stark, schreibt die Washington Post nach Testläufen mit zwei Apple-Uhren. Bei einem "kleinen Teil der Nutzer" könne sich die SpO2-Messung aufgrund verschiedener Faktoren als schwierig erweisen, teilte eine Sprecherin des Konzerns gegenüber der Zeitung mit – Zahlen zur Zuverlässigkeit des Sensors wurden nicht genannt.

Apple hat bislang auch nicht bekannt gegeben, ob für die Blutsauerstoff-App überhaupt eine Zulassung als Medizinprodukt angestrebt wird. Man wolle in mehreren Studien erforschen, ob sich die Messungen für "zukünftigen Gesundheitsanwendungen" verwenden lassen, teilte Apple bei der Vorstellung der Watch lediglich mit. Im Unterschied dazu hat die vor zwei Jahren eingeführte EKG-App der Apple Watch eine Zulassung als Medizinprodukt in verschiedenen Regionen erhalten und liefert auch Ärzten zufolge gute Werte als 1-Kanal-EKG.

Wird eine Apple Watch für Kinder oder Senioren ohne eigenes iPhone mit Apples neuer Familienkonfiguration eingerichtet, gibt es weitere Einschränkungen zu beachten: Auf so eingerichteten Uhren sind weder EKG- noch Blutsauerstoff-App verfügbar, auch die Warnhinweise auf mögliche Herzrhythmusstörungen fehlen, wie Apple in einem neuen Support-Dokument auflistet. Schlaf-Tracking, Zyklusprotokoll, Podcasts, Kurzbefehle und Smart-Home-Steuerung bleiben im Rahmen der Familienkonfiguration ebenfalls ausgeklammert. Die Sturzerkennung ist verfügbar, aber erst ab 18 Jahren, merkt Apple an.

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(lbe)