Praxiserfahrungen mit E-Transportern in Köln
Seit Februar 2010 sind 20 elektrische Ford Transit im Kölner Stadtgebiet im Einsatz. Die Betreiber berichten von guten Erfahrungen und überraschenden Erkenntnissen hinsichtlich des Ladeverhaltens
- Gernot Goppelt
Köln, 7. Juli 2011 – Seit Februar 2010 testet Ford in Zusammenarbeit mit dem Energieversorger Rheinenergie, der Universität Duisburg-Essen und der Stadt Köln Elektroautos in der rheinischen Metropole. Nun ist die erste Testphase abgeschlossen, und Ford zieht eine positive Bilanz. Die 20 Fahrzeuge vom Typ Transit BEV und Transit Connect Electric hätten die hohen Erwartungen an Alltagstauglichkeit, Zuverlässigkeit und Bedienkomfort voll und ganz erfüllt.
Zufriedene Betreiber
"cologneE-Mobil", so heißt das Projekt, zeigt nach Auffassung seiner Betreiber, dass Elektromobilität auch für den gewerblichen Sektor geeignet ist. Die Fahrer, die im gewerblichen oder kommunalen Betrieb unterwegs waren, hätten sich sehr zufrieden über die nahezu geräuschlose Fortbewegung und das hohe Drehmoment des Antriebs geäußert, welches bei Elektroautos bekanntlich quasi vom Start weg zur Verfügung steht. Pro Tag legten die Autos zwischen 25 und 70 Kilometer zurück, was einem Durchschnitt von gut 40 Kilometer entspricht. Die maximale Tagesfahrleistung pendelte sich bei etwa 100 Kilometer ein.
Praxiserfahrungen mit E-Transportern in Köln (4 Bilder)

Alles, was bei colognE-Mobile dazu gehört: links der kleine Transit Connect, rechts der größere Transit BEV, hinten der Dom
Die vielleicht interessanteste Erkenntnis betrifft das Ladeverhalten der Nutzer: Nur selten wurde die Kapazität der Batterien ausgeschöpft, zumeist suchten die Fahrer die Ladestationen vorzeitig auf. Die durchschnittlich zwischen zwei Ladevorgängen zurückgelegte Strecke betrug nur 30 Kilometer. Nach dem Eindruck der Projektbeobachter hängt das auch mit einer gewissen Unsicherheit der Nutzer zusammen, was den Umgang mit der geringeren Reichweite von Elektroautos angeht. In diesem Zusammenhang sei auch der deutlich reduzierte Aktionsradius bei Temperaturen unterhalb von 5 Grad Celsius thematisiert worden, der unter anderem der elektrischen Heizung zuzuschreiben ist.
Laden auf dem Hof
Eine weitere Erkenntnis bestehe darin, dass die Nutzer zum Laden der Fahrzeuge meist Ladestationen auf dem Betriebsgelände genutzt haben – der Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur ist demnach zumindest für gewerblich und kommunal genutzte Fahrzeuge nicht zwingend notwendig. Die Transit-Modelle wurden meist über Nacht bei üblicher Haushaltsspannung geladen.