Europaweites Open-Data-Portal öffnet im Herbst

Die EU-Kommission hat ein internationales Konsortium mitsamt einem Fraunhofer-Institut damit beauftragt, in einem dreijährigen Projekt eine Plattform für offene Daten aus 39 europäischen Ländern auf die Beine zu stellen.

In Pocket speichern vorlesen Druckansicht 2 Kommentare lesen
Europaweites Open-Data-Portal öffnet im Herbst

(Bild: freeimages.com)

Lesezeit: 2 Min.

Ende 2011 kündigte die EU-Kommission erste Pläne für ein eigenes Open-Data-Portal an, jetzt hat sie Nägel mit Köpfen für ein deutlich weitergehendes Projekt gemacht. In den kommenden drei Jahren soll eine Online-Plattform für offene Daten nicht nur der 28 EU-Staaten, sondern insgesamt 39 europäischer Länder entstehen.

Den Zuschlag für das millionenschwere IT-Großprojekt hat ein Konsortium erhalten, an dessen Spitze der französische Beratungs- und Dienstleistungskonzern Capgemini Consulting steht. Aus Deutschland ist das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme Fokus dabei. Das Institut entwickelte auch das hiesige Datenportals GovData von Bund und Ländern mit. Zu den weiteren Partnern und Subunternehmern gehören Sogeti, Intrasoft International, das Open Data Institute, Con Terra, die Universität Southampton und Time.lex.

Das Fokus-Institut soll nach eigenen Angaben Kernkomponenten des Portals wie das Datenregister und Harvesting-Mechanismen entwerfen. Ein geplantes übergeordnetes Verzeichnis soll einen zentralen Zugang zu Datensätzen zahlreicher europäischer Informationssysteme schaffen. Mit den "Ernte"-Verfahren sollen die Datenbanken der beteiligten Länder regelmäßig nach offenen Informationen durchforstet werden. Zu den Aufgaben der Berliner Forscher gehört auch, die Qualität der Metadaten zu überprüfen, die zu verbessern und Hilfsfunktionen für die Portalnutzer bereitzustellen.

Fokus-Fachgruppenleiter Jens Klessmann sagte gegenüber heise online, eine Betaversion des Portals solle "im Herbst" ans Netz gehen und ständig erweitert werden. Parallel seien auch Qualifizierungsmaßnahmen für Verwaltungsmitarbeiter und Datenverwender vorgesehen.

Die Erfahrungen beim Entwickeln von Datenplattformen etwa auch in Amsterdam, Berlin und Hamburg ließen sich zwar nicht Eins zu Eins auf das neue Projekt übertragen, meinte Klessmann. Besonders beim Aufbau des bundesweiten Portals habe das Institut aber viel über das Abschöpfen von Daten in föderalen Strukturen gelernt, was nun sehr hilfreich sein könne. (anw)