Intel Tremont: 10-nm-CPU-Kern für Tablets, Mikroserver, Embedded Systems

Intels CPU-Mikroarchitektur "Tremont" bringt mehr Rechenleistung und Funktionen für lüfterlose Tablets, Billignotebooks, IoT-Geräte und sparsame Server.

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Intel Tremont: Mikroarchitektur für Spar-Prozessoren

Intel Tremont: Mikroarchitektur für Spar-Prozessoren

(Bild: Intel)

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Intel stellt auf einer Konferenz die CPU-Mikroarchitektur "Tremont" vor. Sie wird in kommenden 10-Nanometer-Prozessoren zum Einsatz kommen, die wiederum lüfterlose Tablets, Embedded Systems und Billignotebooks antreiben. Zu diesen sparsamen Prozessoren gehört auch der noch für 2019 angekündigte "Lakefield", der vier Tremont-Kerne mit einem leistungsstarken Sunny-Cove-Kern kombiniert; letzterer steckt auch in den aktuellen Ice-Lake-Mobilprozessoren wie dem Core i7-1065G7.

Tremont löst die Mikroarchitektur "Goldmont Plus" ab, die in den CPU-Kernen aktueller 14-Nanometer-Billigprozessoren wie Celeron N4100 und Pentium Silver J5005 steckt, die den Codenamen Gemini Lake tragen. Entwicklungsziele für Tremont waren laut Intel vor allem höhere Singlethreading-Performance und neue Sicherheitsfunktionen, etwa die RAM-Verschlüsselung Intel Total Memory Encryption (TME) sowie stärkere Beschleunigung für AES- und Galois-Field-Verschlüsselung.

Vier Tremont-Kerne und ein Sunny-Cove-Kern mit L3-Cache stecken im Lakefield-Chip mit Foveros-Stapeltechnik.

(Bild: Intel)

Intel-Chefentwickler Stephen Robinson stellte die ersten Tremont-Details heute auf der Linley Processor Conference vor. Außer dem 10-Nanometer-Prozessor Lakefield mit Foveros-Stapeltechnik erwähnte er aber keine weiteren konkreten Chips, in denen Tremont zum Einsatz kommen wird. Laut inoffiziellen Informationen, die Intel entschlüpft sind, erwartet man 2020 mindestens noch die 10-nm-Billigprozessorfamilie Skyhawk Lake (Celeron/Pentium Silver mit Gen11-GPU) sowie die Embedded-Systems- beziehungsweise IoT-Geräte-Serie Elkhart Lake (Atom E). Möglicherweise frischt Intel mit Tremont aber auch die Atoms für NAS, x86-Router und Telco-Server auf (Atom C).

Tremont soll im Mittel über 30 Prozent schneller sein als Goldmont Plus bei gleicher Frequenz.

(Bild: Intel)

Laut Robinson wächst die Singlethreading-Performance bei Tremont um 11 bis 78 Prozent im Vergleich zu Goldmont Plus; im Mittel sind es demnach etwas mehr als 30 Prozent. Das erreicht Intel vor allem durch mehr parallele Befehlsdecoder und Verbesserungen an den Caches. Tremont kann außer L1- und L2-Cache nun auch L3-Cache nutzen; das ist auch nötig für die Kopplung mit dem Core-i-Kern Sunny Cove.

Ebenfalls neu für die "kleinen" Intel-Prozessorkerne ist die Stromsparfunktion Speed Shift, mit denen sie schneller in den jeweils optimalen Frequenzbereich umschalten.

Tremont soll AES-Verschlüsselung und SHA2-Hashes schneller berechnen; aus der Präsentation von Stephen Robinson wird aber nicht genau klar, ob es dafür separate Hardware-Einheiten gibt oder ob Intel die AES-NI-Rechenwerke der CPU-Kerne verbessert. Vermutlich geht es um letztere, denn auch Sunny Cove hat solche AES-NI-Optimierungen und kennt Befehle für Galois-Field-Algorithmen.

Ebenfalls schon für Sunny Cove hat Intel die RAM-Verschlüsselung Total Memory Encryption (TME) angekündigt; die wird aber wohl nur bei den Server-Versionen von Ice Lake nutzbar sein, sprich beim Xeon-SP der vierten Generation. Analog dazu könnte TME auch nur bei den Iot-(Embedded-) und Server-Varianten von Tremont freischaltbar sein.

Die Funktion "CPU Rooted Secure Boot" als Bestandteil der Trusted Execution Technology (Intel TXT) deutet auf den Einsatz in Secured-Core PCs mit Windows 10 hin, die stärker gegen Firmware-Attacken geschützt sind. (ciw)