SpaceX: Wegen drohenden Ausfalls stĂŒrzen 100 Starlink-Satelliten kontrolliert ab
(Bild: Dotted Yeti/Shutterstock.com)
Elon Musks Satelliten-Internet verliert etliche Trabanten seines orbitalen Netzwerks. Der Betrieb sei nicht gefÀhrdet, Starlink rÀume den Himmel proaktiv auf.
SpaceX wird etwa 100 seiner Starlink-Satelliten frĂŒhzeitig auĂer Betrieb nehmen. Den betroffenen Bausteinen des Satelliten-Internets von Elon Musk drohen aus ungenannten GrĂŒnden AusfĂ€lle. Deshalb lĂ€sst das Weltraumunternehmen sie lieber kontrolliert in die ErdatmosphĂ€re stĂŒrzen, statt sie spĂ€ter komplett zu verlieren, wenn sie plötzlich zu unkontrollierbarem Weltraumschrott werden.
Bei den rund 100 Satelliten handelt es sich um Starlinks erste Generation und SpaceX [1] habe ein "gemeinsames Problem" bei ihnen festgestellt, das die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls erhöhe. Starlink erklĂ€rt [2], dass zuvor bereits 406 andere Satelliten der bislang fast 6000 gestarteten Trabanten auĂer Funktion gestellt wurden. Davon seien 17 nicht mehr manövrierfĂ€hig, aber wĂŒrden weiter ĂŒberwacht, um die Gefahr der Kollision mit anderen Satelliten zu verringern. Der Rest wurde aus der Umlaufbahn gesteuert und ist in der AtmosphĂ€re verglĂŒht.
Langsamer, kontrollierter Absturz ins VerglĂŒhen
Dies ist auch der Plan fĂŒr die rund 100 Satelliten, die in den kommenden Wochen und Monaten aus dem Orbit genommen werden. Die Satelliten sind weiterhin manövrierfĂ€hig und werden auf einen langsamen Weg Richtung Erde geschickt, der in den meisten FĂ€llen ungefĂ€hr sechs Monate dauern wird. Dabei werden sie selbststĂ€ndig Kollisionen mit anderen Himmelskörpern ausweichen können. Die AgilitĂ€t solcher Satelliten ist allerdings begrenzt, es dĂŒrften lediglich kleine AntriebsschĂŒbe in die eine oder andere Richtung sein.
SpaceX betont, dass es sich bei dieser MaĂnahme um ein proaktives AufrĂ€umen des Weltraums handelt. Nicht mehr manövrierfĂ€hige Satelliten sind praktisch Weltraumschrott und dieser solle so weit wie möglich reduziert werden. Denn die Kritik an zu vielen kĂŒnstlichen, um die Erde kreisenden Himmelskörpern wĂ€chst. Eine US-Behörde hat 2023 sogar erstmals 150.000 Dollar Geldstrafe verhĂ€ngt wegen WeltraumvermĂŒllung [3].
Abfallvermeidung im Weltraum, Nachschub gesichert
Starlink versichert, dass der Betrieb des Satelliten-Internets nicht beeintrĂ€chtigt wird durch die anstehende Deaktivierung der 100 Satelliten erster Generation. Es wĂŒrden tausende andere Satelliten im Orbit kreisen, die die Abdeckung des Internetzugriffs gewĂ€hrleisten wĂŒrden. Zudem habe SpaceX die KapazitĂ€ten, um 55 neue Satelliten pro Woche zu produzieren und mehr als 200 Satelliten pro Monat zu starten. Dadurch könne das System kontinuierlich verbessert werden.
Auf ein Himmelsspektakel wie einen Meteoritenschauer darf man allerdings nicht hoffen bei den anstehenden SatellitenabstĂŒrzen. Die Starlink-Trabanten werden nicht gemeinsam verglĂŒhen, sondern nach und nach ĂŒber die nĂ€chsten Monate in die ErdatmosphĂ€re eintreten.
(fds [5])
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