iPhone 12-Streit: Frankreich erhÀlt Apple-Software-Update
(Bild: Apple)
Apple stellt ein Update fĂŒr das iPhone 12 bereit, nachdem Frankreich mit Verkaufsstopp des GerĂ€tes aufgrund von Bedenken wegen der Funkstrahlung gedroht hatte.
Frankreichs Behörden haben von Apple ein Software-Update fĂŒr das iPhone 12 erhalten. Es wĂŒrde nun geprĂŒft, ob es eine Lösung fĂŒr das beanstandete Strahlungsproblem darstellt. Das berichtete am Dienstag die Nachrichtenagentur Reuters mit Berufung auf eine Quelle im französischen Digitalministerium.
Apple hatte sich verpflichtet, die Software zu aktualisieren, um einen Streit mit Frankreich ĂŒber die Strahlungswerte des iPhone 12 zu entschĂ€rfen, nachdem die Regierung in Paris Anfang des Monats den Verkauf der Telefone ausgesetzt hatte [1]. Zuvor hatten Tests gezeigt, dass das GerĂ€t in bestimmten Situationen eine elektromagnetische Strahlung ĂŒber den örtlichen Grenzwerten abgibt. Frankreich drohte daraufhin mit einem ProduktrĂŒckruf, falls Apple sich weigern sollte, ein Software-Update durchzufĂŒhren.
Bei einer ĂberprĂŒfung von ĂŒber 140 Mobiltelefonen sei man bei der Messung direkt am Körper auf eine unzulĂ€ssig hohe spezifische Absorptionsrate (SAR) beim iPhone 12 gestoĂen, so die fĂŒr Funktechnik zustĂ€ndige ANFR (L'Agence Nationale des FrĂ©quences). Die Testergebnisse betrĂ€fen "ein spezielles Testprotokoll der französischen Aufsichtsbehörden", so Apple. Das iPhone 12 sei von mehreren internationalen Gremien als konform mit globalen Standards zertifiziert worden. Am 15. September kĂŒndigte der US-Konzern dann aber doch ein Software-Update an [2], um die in Frankreich verwendeten Testmethoden zu berĂŒcksichtigen.
Schritte auf EU-Ebene gefordert
Die französische Entscheidung, den Verkauf des iPhone 12 auszusetzen, hatte in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern zu Bedenken gefĂŒhrt, darunter auch in Belgien, das ebenfalls um ein Software-Update gebeten hat. Die Softwareaktualisierung sei jedoch auf Frankreich beschrĂ€nkt, teilte die belgische Industrieaufsichtsbehörde in einer per E-Mail versandten ErklĂ€rung mit, schreibt Reuters [3]. Demnach erwarte die belgische Aufsichtsbehörde weitere Schritte auf europĂ€ischer Ebene, nachdem die französischen Behörden ihre Kollegen ĂŒber das auf Frankreich beschrĂ€nkte Update informiert haben.
Apple hat parallel zur EinfĂŒhrung des iPhone 15 [4] das iPhone 12 weltweit aus dem Angebot genommen. Wirtschaftlich wĂŒrde also auch ein europaweiter Verkaufsstopp Apple praktisch nicht mehr treffen, da das Unternehmen die Modellreihe nun nicht lĂ€nger direkt verkauft. Sie kann jedoch bei Drittanbietern gekauft werden, die ĂŒber LagerbestĂ€nde verfĂŒgen, oder im Handel mit gebrauchten Handys.
Forscher haben in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Studien durchgefĂŒhrt, um die Gesundheitsrisiken von Mobiltelefonen zu bewerten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konnten keine gesundheitsschĂ€dlichen Auswirkungen festgestellt werden, die durch Mobiltelefone verursacht werden, so Reuters. Branchenexperten erklĂ€rten demnach, es gebe keine Sicherheitsrisiken, da die gesetzlichen Grenzwerte, die auf dem Risiko von Verbrennungen oder Hitzschlag durch die Strahlung des Telefons basieren, weit unter den Werten liegen, bei denen Wissenschaftler eine SchĂ€digung nachgewiesen haben.
(akn [6])
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[1] https://www.heise.de/news/Hohe-Funkstrahlung-Frankreich-will-iPhone-12-Verkauf-stoppen-9303276.html
[2] https://www.heise.de/news/Bedenken-wegen-Funkstrahlung-des-iPhone-12-Apple-steuert-mit-Update-gegen-9307071.html
[3] https://www.reuters.com/technology/french-authorities-received-software-update-apples-iphone-12-ministry-source-2023-09-26/
[4] https://www.heise.de/news/iPhone-15-15-Pro-Max-kaufen-Preise-Vertraege-Tarife-Verfuegbarkeit-9306641.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:akn@heise.de
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