Der optimale PC: Linux auf den aktuellen PC-BauvorschlÀgen einsetzen
Die PC-BauvorschlĂ€ge 2021 laufen recht gut mit Ubuntu. Bei einem will allerdings der Netzwerkchip nicht. Die Fehlerbeseitigung bei Linux ist recht mĂŒhselig.
Linux installieren und gleich losarbeiten, ohne mit Treibern zu fummeln â mit dem neuesten Ubuntu (Stand Januar 2021) klappt das bei zwei unserer drei BauvorschlĂ€ge aus der Serie "Der Optimale PC 2021", nĂ€mlich bei dem "Budget-Gamer AMD" und dem "Budget-Gamer Intel" [10] [10] â ein paar kleinere Makel gibt es dennoch. Beim dritten Bauvorschlag, dem "Ryzen-Allrounder Plus [11] [11]", gibt es indes ein groĂes Problem: die Netzwerkschnittstelle. Mit dem richtigen RĂŒstzeug ist das schnell geklĂ€rt, ohne wird es jedoch haarig.
[26.1.2021, 18:00] Ein Leser hat uns mitgeteilt, dass es mit der in allen drei optimalen PCs 2021 standardmĂ€Ăig verbauten Kingston-NVMe-SSD beim Linux-Einsatz zu AbstĂŒrzen kommen kann. Wir analysieren die Problematik derzeit genauer im Testlabor, konnten sie innerhalb eines Tages nach Kenntnisnahme aber nicht reproduzieren. Wir haben auch Kingston dazu angeschrieben, bislang aber noch keine Stellungnahme erhalten.
Nach derzeitigem Kenntnisstand geraten entweder Linux oder die SSD manchmal komplett aus dem Tritt, wenn die SSD per Autonomous Power State Transition (APST) in den tiefsten Stromsparmodus wechselt. Das Problem tritt Berichten zufolge nur mit manchen SSDs der Modellreihe auf, unabhĂ€ngig von der GröĂe; offenbar hĂ€ngt es auch mit der Firmware-Version zusammen. Ăber den Kernel-Boot-Parameter nvme_core.default_ps_max_latency_us=2500 soll sich das Problem umschiffen lassen.
Bis wir Genaueres wissen, raten wir dazu, mit der Anschaffung der Bauteile zu warten, falls Sie Linux auf den PCs einsetzen wollen. Wenn Sie den optimalen PC bereits mit Linux absturzfrei mit einer Kingston-SSD einsetzen, ist ihre vermutlich nicht betroffen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, passen Sie die Boot-Konfiguration an, um den erwÀhnten Kernel-Parameter bei jedem Start mitzugeben.
Nach einer genaueren Analyse, die etwas Zeit benötigen wird, werden wir diesen Hinweis aktualisieren. Wir bitten vielmals, die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.
[29.1.2021, 8:30] Kingston hat das Problem bestĂ€tigt: "Unseren Ingenieuren ist dies bereits bekannt und dies wird derzeit untersucht". Alle Versuche, die AbstĂŒrze im c't-Testlabor zu reproduzieren, sind bislang gescheitert; daher konnten wir auch einen Kernel-Patch nicht testen, der die Ursache fĂŒr die AbstĂŒrze umschiffen sollte [12] [12].
[8.2.2021, 13:45] Wir können das Problem in unserem Testlabor leider nach wie vor nicht recht reproduzieren. Der Patch, der Abhilfe bringen soll, ist derweil in Linux 5.11-rc7 eingeflossen [13] [13] und zur Integration in die nĂ€chsten Versionen der Kernel-Serien 4.14, 4.19, 5.4 und 5.10 vorgesehen. Ăber diese neuen Linux-Versionen sollte das Problem aus der Welt verschwinden.
Ferner hat Kingston heute weitere Informationen nachgereicht: "Die meistverbreitete Abhilfe zum beschriebenen Problem scheint laut einigen Kundenaussagen der Kernel-Boot-Parameter nvme_core.default_ps_max_latency_us=5500 zu sein, da dieser den letzten Spannungsstatus PS4 deaktiviert. Falls das BIOS weitere Spannungseinstellungen anbietet, kann dies auch dort deaktiviert werden. Unseren Ingenieuren war es in Zusammenarbeit mit dem Hersteller des SSD-Controllers möglich, eine Lösung fĂŒr das besagte Problem durch eine VerĂ€nderung der Firmware zu finden. Derzeit befindet sich diese in der Qualifikationsphase, leider haben wir jedoch noch kein Veröffentlichungsdatum."
Im Vergleich zur 2019er Generation optimaler PCs schlagen sich die drei Rechner aus dem Jahr 2021 in Sachen Linux um LĂ€ngen besser. Bei Durchsatzmessungen von SystemdatentrĂ€gern, USB-SSDs und anderen Schnittstellen erreichte Ubuntu Desktop 20.10 das unter Windows 10 20H2 erzielte Niveau. Auch die meisten anderen Funktionen der drei PCs arbeiteten problemlos, etwa der Bereitschaftsmodus (Suspend-to-RAM/ACPI S3) oder Wake-on-LAN (WoL). Bei Tests der Audioausgabe und -aufnahme offenbarten sich dann SchwĂ€chen: Bei keinem der drei lieĂ sich die Musikausgabe ĂŒber den rĂŒckwĂ€rtigen Ausgang unabhĂ€ngig fortsetzen, als wir an den Frontbuchsen ein Headset ansteckten. Aus dem rĂŒckwĂ€rtigen Ausgang kamen auch nur StörgerĂ€usche, als wir ausschlieĂlich diesen zu nutzen versuchten, solange vorn ein Headset hing.
Beim Kompilieren eines Linux-Kernels lĂ€sst sich der Budget-Gamer mit Intel-Prozessor die meiste Zeit; die Variante mit Ryzen-CPU ist aber nur ein klein wenig flotter, wohingegen der Allrounder wegen der höheren Kernanzahl die beiden locker hinter sich lĂ€sst. Eine mit make allmodconfig erzeugte Konfiguration des Linux-Kernels 5.7 ĂŒbersetzt er so in zirka 20 Minuten, wĂ€hrend der Intel-Buget-Gamer dazu rund 37 Minuten braucht.
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[7] https://www.heise.de/ratgeber/Linux-mit-mehreren-Monitoren-betreiben-4698735.html
[8] https://www.heise.de/tests/Fedora-33-im-Test-Neue-Vorgaben-mit-Btrfs-Systemd-Resolved-und-zRAM-4983667.html
[9] https://www.heise.de/ratgeber/Linux-Flatpak-Pakete-selbst-bauen-4991018.html
[10] https://www.heise.de/ratgeber/Bauvorschlag-2020-Guenstiger-Gamer-PC-fuer-Full-HD-Genuss-4947353.html
[11] https://www.heise.de/ratgeber/Bauvorschlag-2020-Leiser-Allround-PC-mit-Ryzen-5000-Aufruestoption-4946260.html
[12] https://lore.kernel.org/linux-nvme/20210129052442.310780-1-linux@leemhuis.info/
[13] https://git.kernel.org/torvalds/c/538e4a8c571e
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