Internet-Versteigerungen füllen das Sommerloch
Derzeit ist das Olympiastadion zu Berlin zu ersteigern, aber nur für einen Tag.
Auch das kleinste Sommerloch kann nicht so klein sein, dass nicht noch eine Versteigerung auf eBay hineinpasst. Seien es Angebote wie Käsebrötchen, Frauen, die sich mitsamt Sixpack als Partygäste anbieten oder jener Ball, den der englische Fußballspieler David Beckham im Viertelfinale der Europameisterschaft beim Elfmeterschießen auf die Tribüne drosch. Nun soll das Berliner Olympiastadion im Internet versteigert werden -- aber nur für einen Tag den Besitzer wechseln.
Die Versteigerung, die heute Abend beginnen soll, ist auf zehn Tage angesetzt. Der Verwendungszweck steht anscheinend relativ frei. Also könne der Meistbietende in dem Stadion seine Hochzeit feiern oder ein privates Fußballturnier veranstalten, heißt es. "Der Erlös wird der Deutschen Sportstiftung zugute kommen", teilte die Betreiber-Gesellschaft des Olympiastadions laut dpa mit. "Uns sind alle seriösen Bieter willkommen, die das Stadion des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 schon jetzt einen Tag lang nutzen wollen", sagte der Geschäftsführer der Olympiastadion GmbH, Winfrid Schwank.
Muss es denn immer eBay sein? Nein, denn vor kurzem machte eine Deutschlandflagge, die ehemals über dem Berliner Reichstag wehte, von sich reden. Diese wurde über das Auktionsportal der Bundeszollverwaltung versteigert und ging an ein Bordell in Halle. Doch nach Protesten entschieden sich die neuen Besitzer der Flagge, diese wieder zu versteigern -- natürlich auf eBay. Der erste Auktionsversuch platzte wegen eines Hackerangriffs. Bei der Neuauflage der Versteigerung nähern sich die Angebote nun wieder den früheren Summen. Knapp 60 Stunden vor Ende der Auktion kletterten die Gebote auf 15.750 Euro. Bis zur Sabotageaktion waren mehr als 17.000 Euro zusammengekommen. Danach musste die Versteigerung im Internet-Auktionshaus eBay mit einer Sieben-Tage-Frist neu gestartet werden. Der Erlös soll bis auf 2000 Euro an den Verein zur Förderung krebskranker Kinder in Halle gehen.
Weil der Neustart Mitten in der Nacht erfolgte, endet die Auktion nach dem bisherigen Stand am frühen Samstagmorgen um 3.59 Uhr. Die Verkäufer wollen aber noch versuchen, das Angebotsende auf Freitagabend 19.30 Uhr vorzuziehen. Ob das klappt, ist offen. Angeboten wird die Flagge von der halleschen Bordell-Chefin Christine Schmittroth. Die 42-Jährige hatte die Flagge bei www.zoll-auktion.de für 3350 Euro ersteigert und über dem Etablissement am Bahnhof gehisst. (anw)