Drucken mit CUPS-PDF

Um schnell und ohne viel Mausgeschubse Dokumente ins PDF-Format überführen zu können, habe ich unter Mac OS X 10.6 die Druckerweiterung CUPS-PDF installiert. Mit der Standardeinstellung funktioniert alles prima und die erzeugten PDFs landen im Standard-Verzeichnis /var/spool/cups-pdf/${USER}. Trage ich jedoch in der Konfigurationsdatei /etc/cups/cups-pdf.conf als Ausgabeverzeichnis Out /Users/${USER}/Desktop/cups-pdf ein, scheint das System ins digitale Nirwana zu drucken. Eine Fehlermeldung erhalte ich auch nicht. Was läuft da schief?

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Von
  • Andreas Beier

Um schnell und ohne viel Mausgeschubse Dokumente ins PDF-Format überführen zu können, habe ich unter Mac OS X 10.6 die Druckerweiterung CUPS-PDF installiert. Mit der Standardeinstellung funktioniert alles prima und die erzeugten PDFs landen im Standard-Verzeichnis /var/spool/cups-pdf/${USER}. Trage ich jedoch in der Konfigurationsdatei /etc/cups/cups-pdf.conf als Ausgabeverzeichnis Out /Users/${USER}/Desktop/cups-pdf ein, scheint das System ins digitale Nirwana zu drucken. Eine Fehlermeldung erhalte ich auch nicht. Was läuft da schief?

Seit Mac OS X 10.6 (Snow Leopard) arbeitet der fürs Drucken zuständige Systemdienst cupsd (CUPS = Common Unix Printing System) unter der rigiden Aufsicht der Mandatory Access Control, von Apple nicht ganz treffend als Sandbox bezeichnet. Dessen Hintergrunddienst sandboxd zeigt zwar in der grafischen Bedienoberfläche keinen Fehlerdialog an, trägt aber im Protokoll

sandboxd[xxxx]: pstopdf(yyyy) deny file-write*
/Users/adb/Desktop/cups-pdf/job_NNN-title.pdf

ein. Das können Sie beispielsweise mit dem Programm „Konsole“ erkennen. Demnach verhindert Sandboxd also, dass das Drucksystem und dessen Erweiterungen die erzeugte PDF-Druckdatei in das von Ihnen gewünschte Verzeichnis legen können.

Wenn Sie zurück auf das Standardausgabeverzeichnis wechseln, können Sie sich im Finder über einen Alias schnellen Zugriff darauf verschaffen. Die unsichtbaren Ordner des Unix-Unterbaus zeigt er nämlich normalerweise nicht an. Oder Sie lassen CUPS-PDF durch den Eintrag

Out /Library/Caches/cups-pdf/${USER}

in der cups-pdf.conf die angelegten PDF-Dateien in ein Verzeichnis speichern, das sandboxd nicht blockiert und dessen Inhalt auch der Finder freiwillig offenlegt.

Den in Internet-Foren häufig erteilten Rat, im LaunchDaemon org.cups.cupsd.plist im Bereich ProgramArguments die in der man-Page von cupsd nicht erwähnte Option „-P“ einzufügen, sollten Sie aus Sicherheitsgründen nicht befolgen. Diese Änderung entzieht cupsd und dessen Erweiterungen der Aufsicht von sandboxd. Eine Schadsoftware könnte so – als CUPS-Erweiterung getarnt – uneingeschränkt im System wüten.

www.ct.de/1013162 (adb)