AT&T hält nichts mehr vom klassischen Telefongeschäft mit Privatkunden
Die größte US-Ferngesprächsgesellschaft musste einen starken Umsatz- und Gewinneinbruch hinnehmen.
Die größte amerikanische Ferngesprächsgesellschaft AT&T will sich bei den klassischen Telefonie-Anwendungen nicht mehr um neue Kunden unter den privaten Verbrauchern bemühen. Stattdessen will sich das Unternehmen auf sein Telefon- und Datengeschäft mit Unternehmen konzentrieren, das 75 Prozent des Umsatzes bringe. Außerdem wolle man in neue Dienste wie Voice-over-IP investieren, die man Unternehmen und Privatkunden in gleichem Maße anbieten könne.
Dieses Vorgehen bietet den großen regionalen US-Telefongesellschaften wie Verizon nach Darstellung von Branchenkennern die Möglichkeit, sich intensiv um die von AT&T bedienten vielen Millionen Kunden zu bemühen. AT&T betonte aber, dass Bestandskunden im klassischen Telefoniebereich auf den bisherigen Service zählen könnten; man werde sich nur nicht mehr um die Akquisition neuer Privatkunden kümmern.
AT&T hatte im zweiten Quartal einen starken Umsatz- und Gewinnrückgang verbucht. Der Umsatz schrumpfte gegenüber dem entsprechenden Vorjahresabschnitt um 13,2 Prozent auf 7,6 Milliarden US-Dollar. Dabei entfielen 5,6 Milliarden US-Dollar auf das Unternehmensgeschäft und zwei Milliarden US-Dollar auf das Telefongeschäft mit den Verbrauchern. Der Gewinn brach von 536 auf 108 Millionen Dollar ein. Der Gewinn pro Aktie fiel von 68 auf 14 US-Cent.
Der Halbjahresumsatz schrumpfte von 17,9 auf 15,6 Milliarden US-Dollar. AT&T verdiente in den ersten sechs Monaten des Jahres nur noch 412 Millionen US-Dollar gegenüber 1,1 Milliarden US-Dollar in dem entsprechenden Vorjahresabschnitt. Der Gewinn pro Aktie ging von 1,41 auf 0,52 US-Dollar zurück. (jk)