Microsoft Office und Server werden teurer
Zum ersten Juli will Microsoft die Preise für Office und Windows Server in der System Builder Version um bis zu 30 Prozent erhöhen.
Zum ersten Juli will Microsoft die Preise für Office 2003 und XP sowie für die Server-Versionen 2000, 2003 und Small Business um bis zu 30 Prozent anheben. Die Erhöhung betrifft allerdings nur die Pakete, die als so genannte "System Builder Version" im Handel angeboten werden. Bei Windows XP, das ebenfalls in dieser Variante zu haben ist, bleiben die Preise unverändert -- hier sieht Microsoft keinen Handlungsbedarf, da "es sowieso immer vorinstalliert ist".
"System Builder"-Versionen sind Software-Pakete, die preislich sehr günstig liegen, dafür aber keinen Support durch Microsoft beinhalten; statt dessen soll der Verkäufer den Support leisten, sagt Microsoft. Sie sind in dieser Form in den Handel gekommen, nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) im Juli 2000 die Praxis abgesegnet hatte, von Microsoft eigentlich nur für den Verkauf mit einem PC vorgesehene OEM-Pakete separat in den Handel zu bringen.
Die Redmonder verkaufen die Preisanpassung als Gefälligkeit gegenüber Partnern: Sie soll diejenigen belohnen, die Microsoft-Produkte vorinstallieren -- bisher hat ein Partner, der SB-Versionen auf seinen Produkten vorinstalliert und nicht einfach in den Karton wirft, lediglich mehr Arbeit, erwirtschaftet damit aber nichts.
Im Rahmen des neuen "OEM-System-Builder-Modells" können sich solche Unternehmen nun vertraglich an Microsoft binden und erhalten für die genannten Produkte unter dem Namen "OEM System Builder Version" die bisherigen Konditionen. Alle anderen müssen ab 1. Juli bis zu 30 Prozent mehr dafür bezahlen. Wie bei solchen Verträgen üblich, müssen die Partner in Kauf nehmen, dass Microsoft prüft, ob auch alles mit rechten Dingen zugeht.
Bestandteil des Vertrags ist die Verpflichtung, die günstiger bezogenen Pakete nur vorinstalliert auf einem Rechner auszuliefern. Der Vertragsnehmer kann den Rabatt also nicht nutzen, um vergünstigte Pakete einzeln zu verkaufen. Das heißt, ab Juli ist tatsächlich damit zu rechnen, dass die SB-Versionen von Office 2003 (Basic, Professional und Small Business), Office XP (Small Business, Professional und Publisher) sowie Windows 2000 Server und Server 2003 (Standard und Small Business) im Preis anziehen.
Mit dem Urteil des BGH, das letztlich dazu geführt hatte, das überhaupt die günstigen SB-Versionen in den Handel gelangen, harmoniert das übrigens perfekt: Das Gericht hatte entgegen der Auffassung von Microsoft bestätigt, dass Hard- und Software (im damaligen Fall PC und Windows) sehr wohl zu trennen sind, solange keine vertragliche Bindung zwischen Händler und Microsoft besteht -- mit dem Angebot für die Partner besteht genau die. (ps)