TK-Kooperation Aetka steigert Marktanteil auf 38 Prozent

Die Botschaft kam an: Im Kampf gegen den Graumarkt ist die Industrie in der Pflicht. Aetka-Vorstand Uwe Bauer traf damit den Nerv der Händler. Am Geschäftsführertreffen der Fachhandelskooperation zum zehnjährigen Bestehen nahmen etwa 1000 Besucher teil. 70 Hersteller zeigten die Trends im ITK-Sortiment.

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Von
  • Wolfgang KĂĽhn
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Was kann man bei einer Großveranstaltung mehr verlangen als schönes Wetter, gute Stimmung und zufriedene Besucher. Die TK-Fachhandelskooperation Aetka jedenfalls präsentierte sich Ende vergangener Woche am Unternehmenssitz in Hartmannsdorf bei Chemnitz in bester Verfassung bei herrlichem Frühsommerwetter. Und nicht nur die Kooperation, sondern auch deren Gäste waren durchweg von dem Angebotenen angetan. Immerhin zählte die Gruppe rund 1000 Besucher, darunter 400 Aetka-Partner mit Angehörigen und Mitarbeitern sowie Industrievertreter.

Aetka-Geschäftsführertreffen 2010 (11 Bilder)

Gut besucht!

Zum diesjährigen Geschäftsführertreffen von Aetka kamen rund 1000 Besucher nach Hartmannsdorf.

Selbst die schlechte Marktentwicklung in der TK-Branche konnte die Stimmung nicht trüben. Denn "entgegen dem allgemeinen Trend hat die Gruppe zulegen können", freut sich Aetka-Vorstand Uwe Bauer, der sogleich auf die Bedeutung eines Verbundes für den Handel hinwies: "Bei den harten Marktbedingungen war der Kooperationsgedanke noch nie so wichtig wie heute und gerade dieser wird uns auch in Zukunft voran bringen."

Wie wichtig dies ist, zeigt ein Blick auf die Struktur im TK-Fachhandel, der in der Mehrzahl aus kleineren Betrieben besteht. So beschäftigen etwa 35 Prozent der Aetka-Partner lediglich bis zu zwei Mitarbeiter und 25 Prozent bis zu vier Mitarbeiter. Insgesamt haben von den 2370 Mitgliedern der Kooperation 303 den Status eines Aetka Plus Partners, und weitere 545 werden als Premium Partner geführt, die den Status erst dann erreichen, wenn sie mindestens 80 Prozent ihres Umsatzes über die Verbundgruppe generieren.

Für Bauer ist damit aber noch längst nicht das Ziel erreicht. Sportlich – so auch ein Motto des Geschäftsführertreffens – peilt er bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres am 31. März 2011 den Ausbau auf insgesamt 1000 Plus- und Premium Partner an. Dabei, wie er während seiner Eröffnungsrede zur Abendveranstaltung in der Stadthalle Chemnitz sagte, gehörten mit den knapp 2400 Mitgliedern ohnehin schon 38 Prozent aller freien Telekommunikationsfachhändler dieser Gruppe an. "Wir sind das bundesweit größte Netzwerk." Auf Platz zwei liegt die CE-Verbundgruppe Electronic Partner, die 36 Prozent aller Fachhändler dieser Sparte unter ihrem Dach vereint. Bei den TK-Kooperationen folgt nach Aetka Teleprofi mit 14 Prozent.

Die Situation im TK-Markt beschrieb Bauer vor den Händlern und Herstellern in der Stadthalle als nicht berauschend. Trotzdem schneide die Gruppe gut ab. So erzielt Aetka im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Umsatz von etwa 158 Millionen Euro, bei einer, wie Bauer vorsichtig formuliert, "Rendite mit guter Zukunft". Und die Frage nach der weiteren Entwicklung beantwortet er kurz und knapp mit "stabil". Damit ist die Kooperation mit rund 23 Prozent am Gesamtumsatz der Konzernmutter Komsa AG beteiligt, die zuletzt etwa 700 Millionen Euro umsetzte.

FĂĽr fast schon frenetische Zustimmung sorgte der Vorstands-Chef mit seiner Kritik am Graumarkt. Wohlwissend, dass "hier in der Stadthalle Chemnitz die Branche vertreten ist", appellierte er an die Industrie, beim Thema Graumarkt endlich ihre Hausaufgaben zu machen. Denn es dĂĽrfe nicht sein, dass Waren 20 Prozent unter den marktĂĽblichen Preisen verkauft werden. Die Lieferanten mĂĽssten bei ihrer Fachhandelsorientierung mehr in die Pflicht genommen werden.

"Das ist genau der richtige Ton", begeistert sich ein Händler nach dem Appell. Denn auch er wundere sich immer wieder, zu "welchen Schweinepreisen manche Geräte angeboten werden". Torsten Schmidtke, Key Account Manager bei Logitech, kommentierte die Händlerkritik mit dem Hinweis, dass sein Unternehmen ein "ein faires Preismodell entwickelt hat, das keinen der Marktteilnehmer benachteiligt, also alle Kanäle gleich behandelt."

Workshops, Einkäufermesse und Unterhaltung mit dem von Aetka gewohnten sportlichen Aspekt – dieser bewährte Cocktail kam bei den Händlern durchaus an. Gekrönt, wie bei solchen Events üblich, mit der Abendveranstaltung. Moderiert vom Ex-Zehnkämpfer Christian Schenk bot die Kooperation eine gute Mischung aus Verlosungen und Ehrungen von Händlern sowie spannender Unterhaltung durch die Mitglieder der Drums Alive – einer Fitnessbewegung aus den USA.

Fachhändler Marcell Müller von Fairplay Electronic auf das Geschäftsführertreffen angesprochen, war mit dieser "guten Mischung aus Schulung und Information" zufrieden. "Das war sehr erkenntnisreich für mich, vor allem durch den guten Kontakt zwischen Ausstellern, Mitarbeitern und Fachhändlern". Außerdem wisse er jetzt, wie sein künftiger Marketingauftritt aussehen wird: "Unser bisheriges Logo mit 'Ganz klar aetka' wird ab sofort abgelöst durch 'Einfach.Besser.Beraten'", erklärte Vorstands-Chef Bauer. Schonfrist hingegen haben noch die Maskottchen Aet und Ka. Allerdings stehen sie nicht mehr wie in der Vergangenheit im werblichen Mittelpunkt. (map)