Vereinbarung: Qt soll frei bleiben
Das KDE-Team hat mit dem Qt-Schöpfer Trolltech die Weiterentwicklung des GUI-Frameworks sichergestellt -- nötigenfalls unter der Obhut der Open-Source-Gemeinde.
Das norwegische Software-Haus Trolltech und die KDE Free Qt Foundation haben eine Vereinbarung über die Nutzung des GUI-Frameworks Qt erneuert. Danach wird die zurzeit unter der GPL (GNU General Public License) und QPL (Q Public License) stehende frei erhältliche Qt-Version unter die BSD-Lizenz gestellt, sollte Trolltech irgendwann einmal etwa liquidiert oder aufgekauft werden und sich deshalb außer Stande sehen, das Framework zur Programmierung grafischer Bedienoberflächen weiterzuentwickeln.
Die ursprünglich getroffene Vereinbarung datiert auf das Jahr 1998 zurück und hatte zum Ziel, die Weiterentwicklung von Qt zu gewährleisten -- gegebenenfalls unter dem Open-Source-Dach. Die überarbeitete Version lehnt sich daran an, definiert aber zusätzlich zentrale Begriffe wie Open Source oder was unter einen Software-Paket oder einer Bibliothek zu verstehen ist. Die Vereinbarung wurde erneuert, "um eine enge Bande zur Open-Source-Gemeinde zu knüpfen, die für den Erfolg von Trolltech von großer Bedeutung ist", wie Matthias Ettrich, Chef der Abteilung Software-Tools bei Trolltech, betont.
Fraglich ist, ob hinter der Vereinbarung nicht noch andere Gründe stehen, etwa das Aufeinanderzugehen von Novell und Trolltech. Ende März hatte die neue Mutter der Suse-Linux-Distribution angekündigt, künftige Desktops auf der Grundlage von Qt zu entwickeln -- was zu einigem Aufruhr bei den Anhängern des mit KDE konkurrierenden Gnome-Desktops sorgte. Die sind nämlich vor allem unter den Entwicklern zu finden, die bei dem vor rund einem Jahr von Novell aufgekauften Open-Source-Anbieter Ximian angestellt waren. Im März wollten weder Novell noch Trolltech dementieren, dass Novell die Norweger sogar aufkaufen könnte. (ola)