TK-Handel: Nicht nur Smartphones, auch Strom und Gas!

Im Kampf um Kunden brauchen Händler Unterstützung. Fachhandelskooperationen wie Aetka versprechen Hilfe. Neben Trendprodukte wie Smartphones rücken auch Zusatzgeschäfte mit Peripherie und Energie in den Fokus – und versprechen zusätzliche Marge.

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Von
  • Wolfgang KĂĽhn
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Peripherie und IT-Zubehör werden bei Aetka immer wichtiger

Ein Ende des Verdrängungswettbewerbes beim TK-Handel ist nicht abzusehen. Umso mehr ist es notwendig, dass sich Fachhandelskooperationen noch intensiver um ihre Mitglieder und deren Wettbewerbsfähigkeit kümmern. Immerhin gehören etwa 60 Prozent aller freien Telekommunikationsfachhändler einer Kooperation an, sind mehr oder weniger auf die Leistungsfähigkeit dieser Gruppen angewiesen. Zumal, wie Uwe Bauer im Rahmen des Geschäftsführertreffens der Fachhandelskooperation Aetka am Unternehmenssitz im sächsischen Hartmannsdorf, betont: "Die Industrie braucht den qualifizierten Fachhandel."

Als ein Indiz dafür führt Bauer das Geschäft mit Smartphones an. "Nach den neuesten GfK-Zahlen verkauft der TK-Fachhandel vier Mal so viele Smartphones, wie der CE-Handel und die Retailer." Zugleich betonte er während der Veranstaltung Anfang Juni gegenüber den rund 400 Händlern, dass das Smartphone-Geschäft "jetzt richtig Schwung bekommt".

Generation 50+, einer von 21 Workshops: Im Age Explorer Anzug die Bedürfnisse der älteren Generation erfahren

Aber darauf allein will sich die Kooperation nicht beschränken. "Das Aetka-Geschäftsführertreffen hat vor allem ein Ziel: Jedes Mitglied im Wettkampf um die Kunden bestmöglich zu unterstützen", postuliert der Vorstands-Chef. Beispiele dafür seien Informationen zu Trendthemen wie Heimvernetzung, mobiles Internet, Peripherie oder auch Produkte für Senioren. So führte die Gruppe bei der Veranstaltung einen Workshop zum Thema Generation 50+ durch, bei dem die Teilnehmer in einem sogenannten Age Explorer-Anzug erfahren, wie es sich anfühlt, wenn die Motorik und die Sehkraft mit zunehmendem Alter nachlassen und was dies für die Nutzung von Kommunikationsgeräten bedeutet.

Aber auch das Leistungsangebot der Kooperation soll weiter ausgebaut werden. Ebenso die Kontrakte mit den Herstellern. Dabei baut Aetka vor allem bei IT-Produkten und Peripherie sehr stark auf Ingram Micro als Streckenlieferanten und auf die Zusammenarbeit mit Bluechip in Meuselwitz als PC-Lieferanten. Hauptlieferant fĂĽr Aetka ist und bleibt aber die Konzernmutter Komsa AG.

Premiere zum Geschäftsführertreffen mit 70 Geräteherstellern und Netzbetreibern hatte neben Microsoft auch der Zubehör- und Peripherie-Spezialist Logitech, die jetzt direkt mit Aetka zusammenarbeiten. "Für den TK-Handel wird es immer wichtiger, Produkte aus der IT-Peripherie anzubieten", sagt Torsten Schmidtke, Key Account Manager bei Logitech. Dabei komme den Händlern entgegen, "dass sie die Produkte mehr oder weniger aus eigener Erfahrung als IT-Nutzer kennen". Jetzt müssten sie die Peripherie nur noch verkaufen. "Am besten auf einem oder zwei Metern Regalfläche." Lohnend jedenfalls sei dieses Geschäft: "Zweistellige Handelsspannen sind immer möglich", ist Schmidtke überzeugt.

Suchen TK-Händler für die Gas- und Stromvermittlung über Portalhaus (v.li.): Andrea Wittmann, Managerin Vertriebsprojekte, Jens Hagel, Vertrieb und Kooperationen, Meike Braun, Vertriebsinnendienst.

Ein immer stärker gefragtes Zusatzgeschäft fördert die Gruppe bereits seit Februar dieses Jahres: Energievermarktung. "Mit Gas- und Stromvermittlung kann ein Fachhändler, quasi nebenbei, seinen Kunden nicht nur zusätzlichen Service anbieten, sondern natürlich auch Geld verdienen. Zwischen 30 und 80 Euro pro Vermittlung sind durchaus möglich", erklärt Jens Hagel, Vertrieb und Kooperationen beim Anbieter Portalhaus. Dabei haben die Händler die Möglichkeit, ihren Kunden von derzeit 26 Energieversorgern ein Angebot zu erstellen. Um für die Tarifberatung fit zu sein, schult Portalhaus die Fachhändler vor Ort. Über einen Tarifrechner ermitteln die Reseller die jeweils günstigsten Tarife. "Interessant daran ist auch das Cross-Selling-Potenzial. So können beispielsweise die Gas- und Stromverträge nach einem Jahr optimiert werden", fügt Hagel hinzu, der bereits über etwa 1000 Vertriebspartner verfügt. "Da sind TK- und CE-Händler ebenso darunter, wie Versicherungsvertreter oder sogar Schornsteinfeger."

Neben der breiten Angebotspalette – im Vordergrund stehen bei Aetka natürlich Mobilfunk, mobiles Internet, Festnetz, Navigation, Heimvernetzung und TK-Zubehör – wurde vor allem über Beschaffung, Vermarktung und Netzwerk informiert. So könnten laut Bauer die Mitglieder "mit geringem Eigenaufwand" an den überregionalen Marketingaktionen und den lokalen Werbeaktionen teilnehmen. Wichtig sei es, dem Fachhandel ein Betätigungsfeld zu schaffen, damit er sich besser entwickeln könne. Oder wie es ein Händler am Rande des Treffens formulierte, der neben Aetka noch einer IT-Kooperation angehört: "Neben dem Bezug von Waren und der Marketingunterstützung hat für mich die Mitgliedschaft den Vorteil, dass ich nicht allein in diesem Haifischbecken schwimmen muss." Besonders im Wettbewerb mit E-Tailern und Retailern baue er auf die Unterstützung durch die Gruppen. Bis jetzt, so versichert er, habe es geklappt. Zumal er in seinen unternehmerischen Entscheidungen frei bleibe, aber "jederzeit auf die Angebote der Gruppen zurückgreifen kann." (map)