Neonazistische Websites in den USA geschlossen [Update]
Jugendschutz.net, die Einrichtung der Bundesländer, hat auf US-amerikanische Provider eingewirkt.
US-amerikanische Provider haben einige neonazistische Websites geschlossen. Dies sei auf Veranlassung von Jugendschutz.net geschehen, berichtet die 1997 von den Jugendministern der Bundesländer gegründete Einrichtung. Die nun geschlossenen Websites hätten eine zentrale Funktion bei der internationalen Vernetzung der rechtsextremen Szene gehabt. Auch die deutsche Registrierungsstelle für Web-Adressen, DeNIC, sei vergangene Woche gegen die Website sieg-heil.de vorgegangen. Besucher würden inzwischen auf das Angebot von Shoa.de umgeleitet.
Durch Schließungen der Host-Provider in den USA seien ein stark besuchtes mehrsprachiges Forum und die Liste "TOP 100 Nationalist and Revisionist Sites" mit Links auf neonazistische und den Holocaust leugnende Websites nicht mehr erreichbar, heißt es weiter. Auch Seiten des "Anti-Antifa-Netzwerks" seien nicht mehr online. Auf ihnen seien "Hasslisten" mit persönlichen Daten von politischen Gegnern verbreitet worden.
"Diese Beispiele zeigen einmal mehr, dass durch kontinuierliche Kooperation auch ausländische Anbieter für die Problematik rassistischer Propaganda im Internet sensibilisiert und zu Schließungen veranlasst werden können", meint Stefan Glaser, Projektleiter bei Jugendschutz.net. In den vergangenen drei Jahren habe die Einrichtung die Schließung von etwa 350 rechtsextremen Web-Adressen im In- und Ausland erreichen können.
Update:
Wie Friedemann Schindler von Jugendschutz.net gegenüber heise online bestätigt, wurde das stark besuchte Forum am vergangenen Freitag auf ein Schreiben von Jugendschutz.net vom Hoster vom Netz genommen. Seit heute sei das Angebot in einer rudimentären Version wieder online. "Dort wird auch die mit dieser Aktion erzwungene Notwendigkeit eines Providerwechsels beschrieben", teilt Schindler mit.
"Es ist uns bewusst, dass aufgrund der Struktur des Internet und der Vielfalt der Anbieter niemals grundsätzlich auszuschließen ist, dass solche Angebote über einen anderen Server in ähnlicher oder alter Form wieder verfügbar gemacht werden", so Schindler weiter. Es sei aber zu beobachten, dass es zunehmend weniger Betreiber gibt, die rassistische Propaganda auf ihren Servern dulden. (anw)