Amazon.de leitete E-Mail mit Zahlungserinnerungen fehl
Dem deutschen Ableger des Online-Shops ist eine unangenehme Panne mit Kundendaten unterlaufen.
Amazon.de ist am gestrigen Montag eine unangenehme Panne unterlaufen. Der Online-Shop verschickte an eine unbekannte Anzahl von Kunden eine E-Mail, in der rund 700 Zahlungserinnerungen an andere Kunden aufgelistet waren, stets mit dem gleichen Text nach diesem Muster:
"Guten Tag xxx xxxxxx,
wie vereinbart haben wir versucht den offenen Rechnungsbetrag von Ihrem Konto abzubuchen. Sie haben dem Einzug widersprochen. Bitte überweisen Sie den Betrag in Höhe von xx EUR bis spätestens 09.08.2004."
Eine E-Mail-Adresse der angemahnten Kunden sowie andere persönliche Daten waren in den rund 700 Anschreiben nicht zu finden, wohl aber die jeweils ausstehenden Geldsumme.
Unternehmenssprecherin Christine Höger bestätigte auf Anfrage die Panne. "Wir bedauern das sehr und entschuldigen uns bei den betroffenen Kunden", erklärte sie. Aber man könne die Kunden ja anhand des Vor- und Zunamens nicht zweifelsfrei identifizieren. Außerdem habe es sich ohnehin nur um "sehr wenige" Kunden gehandelt und um "eine kleine Anzahl" von Empfängern der fehlgeleiteten E-Mail. Es sei eben ein technischer Fehler passiert. Die betroffenen Kunden wolle Amazon.de per E-Mail über den Vorfall informieren.
Johann Bizer vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) sieht die Panne nicht ganz so locker wie die Amazon-Sprecherin. Im Gespräch mit heise online erläuterte er: "Natürlich handelt es sich um personenbeziehbare Daten in dieser fehlgeleiteten Mail." Daher liege ein Verstoß gegen Datenschutzgebote vor. Allerdings sei der Online-Shop rechtlich nicht zu belangen. "Unschön ist die Panne aber allemal", meinte Bizer. (hob)