Kanadische Gewerkschaft protestiert gegen Datenoutsourcing
Die Regierung von British Columbia will die Verwaltung der Krankenversicherungsdaten einer US-Firma überlassen. Gewerkschafter befürchten, US-Ermittler könnten auf der Suche nach Terroristen darin herumschnüffeln.
Die Gewerkschaft der Staatsbediensteten der kanadischen Provinz British Columbia (B.C. Government and Service Employees' Union, BCGEU) sorgt sich um den Schutz der Daten der Krankenversicherten. Die Regierung wolle nämlich die Verwaltung der Daten der Medical Services Plan and PharmaCare einer US-amerikanischen Firma überlassen. George Heyman, Präsident der BCGEU, meint, es sei sehr schwierig, vor dem Hintergrund des Patriot Act US-amerikanische Ermittler davon abzuhalten, die kanadischen Daten zu sichten.
Die Gewerkschaft will in dieser Sache den Datenschutzbeauftragten des Gesundheitsministeriums anrufen. Im Februar hat sie bereits das oberste Gericht von British Columbia darüber benachrichtigt, dass US-amerikanische Unternehmen und deren Niederlassungen in Kanada von US-Regierungsstellen dazu veranlasst werden können, Daten zu übergeben. Das Gericht möge das Daten-Outsourcing verhindern. Nun ruft die Gewerkschaft alle, die um ihre persönlichen Daten besorgt sind, dazu auf, sich bis zum 6. August an den Datenschutzbeauftragten zu wenden.
Der Patriot Act wurde nach den Attentaten des 11. September 2001 von der US-amerikanischen Regierung installiert; das Gesetzespaket Provide Appropriate Tools Required to Intercept and Obstruct Terrorism billigte den US-amerikanischen Ermittlungsbehörden unter anderem mehr Befugnisse bei der Verfolgung und Überwachung von Verdächtigen zu. Bereits im Jahresreport Privacy & Human Rights 2002 des Electronic Privacy Information Center (EPIC) hieß es im September 2002, nicht nur in den USA, sondern weltweit seien Gesetze zum Datenschutz gelockert worden. (anw)