„Lights-Out“-Fernwartung
Manche Server von Anbietern wie Dell oder HP lassen sich dank „Integrated Lights-Out“-(iLO-)Fernwartung von einem anderen PC aus fernbedienen; man kann sogar ein Betriebssystem via LAN installieren. Solche Server sind aber recht teuer – gibt es auch einzelne Mainboards mit diesen Funktionen?
Manche Server von Anbietern wie Dell oder HP lassen sich dank „Integrated Lights-Out“-(iLO-)Fernwartung von einem anderen PC aus fernbedienen; man kann sogar ein Betriebssystem via LAN installieren. Solche Server sind aber recht teuer – gibt es auch einzelne Mainboards mit diesen Funktionen?
Ja, die Hersteller Asus, Intel, Supermicro und Tyan bieten für bestimmte Serverboards Zusatzmodule an, die KVM-over-IP-Funktionen bereitstellen. Die Abkürzung KVM steht für Keyboard, Video, Mouse und IP für Internet Protocol: Ein KVM-over-IP-Adapter leitet das Monitorsignal ins Netzwerk um und empfängt von dort Tastendrücke und Mausbefehle. Anders als bei Software funktioniert das unabhängig vom Betriebssystem – man kann also sogar das BIOS-Setup fernbedienen. Um ein Betriebssystem aus der Ferne einspielen zu können, bindet Software auf dem Administrator-PC ein Laufwerk oder ein ISO-Abbild eines optischen Datenträgers ein, welches am ferngesteuerten PC als USB-Massenspeicher erscheint.
Die KVM-over-IP-Funktion lässt sich nur bei teuren Serverboards nachrüsten; für das rund 270 Euro teure Xeon-3400-Mainboard Intel S3420GPLX gibt es beispielsweise für etwa 75 Euro das Remote-Management-Modul RMM3 mit eigenem LAN-Port. Eine vergleichsweise preiswerte Lösung können Mainboards mit dem Intel-Chipsatz Q57 sein, der in Verbindung mit Dual-Core-Prozessoren der Baureihe Core i5-600 integrierte KVM-over-IP-Funktionen bietet. Mit Quad-Cores funktioniert die Q57-Fernbedienung nicht, weil denen der eingebaute Grafikprozessor fehlt. Auch ECC-Speicherschutz gibt es auf Q57-Boards nicht.
Grundsätzlich lässt sich KVM-over-IP mit externen Adaptern bei beliebigen Rechnern nachrüsten; die Preise der je nach Anforderung mit VGA- oder DVI-Eingängen sowie PS/2- oder USB-Ausgängen bestückten Geräte beginnen bei etwa 350 bis 450 Euro. Sogenannte KVM-Extender sind billiger, kommunizieren aber nicht mit beliebigen PCs, sondern nur mit bestimmten Gegenstellen. (ciw)