Einstellungen im BIOS-Setup

Ist es ratsam, bei meinem neuen Desktop-PC die Einstellungen im BIOS-Setup zu ĂĽberarbeiten?

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Von
  • Benjamin Benz

Ist es ratsam, bei meinem neuen Desktop-PC die Einstellungen im BIOS-Setup zu ĂĽberarbeiten?

Eigentlich sollte der Hersteller sowohl bei einem Komplett-PC als auch bei einem Mainboard im BIOS-Setup sinnvolle Voreinstellungen treffen. Leider schlampen hier aber viele Firmen oder wählen Optionen, die zwar zu wenig Rückfragen beim Support führen, aber dem Kunden so manche nützliche Funktion verwehren.

Die Einstellungen der im Chipsatz integrierten IDE- oder SATA-Adapter sollten Sie unbedingt dokumentieren, da bereits installierte Betriebssysteme nach Änderungen an dieser Option vielleicht nicht mehr starten.

Wir empfehlen daher, folgende Punkte im BIOS-Setup zu überprüfen: Solange man nicht übertakten will, sollte man dem Prozessor alle Stromsparfunktionen freigeben. Sie können C1E, C-States, Speedstep, EIST oder Cool’n’Quiet heißen. Bei den Schlafzuständen (ACPI States) sollte „Auto“ oder S3 stehen. Der Modus ACPI S1 ist veraltet und verheizt zu viel Strom. EuP Ready senkt die Leistungsaufnahme im vermeintlich abgeschalteten (Soft-Off-)Betriebsmodus; bei manchen Geräten funktioniert dann aber das Wecken per Tastatur oder via Wake-on-LAN-Signal nicht mehr.

Im Unterschied zu diesen einfachen und ungefährlichen Optionen können die folgenden Veränderungen bewirken, dass ein bereits installiertes Betriebssystem nicht mehr startet oder der Rechner instabil wird. Daher gilt: Ändern Sie nichts ohne Grund, nicht zu viel auf einmal und notieren Sie die alten Werte.

Die Virtualisierungsfunktionen des Prozessors heißen VT-x, VT-d, AMD-V oder SVM und unterstützen Software wie VMware. Den High Precision Event Timer (HPET) sowie die Speicherschutzfunktion (NX) kann man bedenkenlos einschalten, wenn auf dem Rechner ein modernes Betriebssystem läuft. Ist Windows noch nicht installiert, so gilt das auch für den AHCI-Modus der SATA-Adapter. Das bringt im Idealfall einige Prozent mehr Performance, weil die Platten so Zugriffe per Native Command Queing (NCQ) umsortieren dürfen. Bestehenden Windows-Installationen muss man dann allerdings neue Treiber unterjubeln (siehe c’t 6/10, S. 204 oder www.ct.de/-937487 und www.ct.de/-321616).

Damit der Rechner schnell bootet, schaltet man nichtbenötigte Zusatz-Chips wie SATA-, IDE- oder RAID-Host-Adapter ab. Dasselbe gilt für die Funktionen zum Booten übers Netzwerk (z. B. „Onboard LAN Boot ROM“). Ein paar weitere Sekunden spart eine feste Boot-Reihenfolge mit der Systemfestplatte an erster Stelle. Soll der Rechner von einem USB-Stick oder -Laufwerk starten, so bedarf es bei manchen Boards Optionen wie „USB Legacy Support“ oder „USB Boot Support“.

Zu guter Letzt lohnt auch noch ein Blick auf die Lüftersteuerung. Oft ist sie ganz deaktiviert oder lässt die Ventilatoren viel zu schnell drehen. Allerdings erfordert die Einstellung ein wenig Hintergrundwissen und Experimente (siehe c’t 13/10, S. 176). Eine ausführliche Besprechung der diversen BIOS-Optionen finden Sie in c’t 20/07, Seite 176 und 8/08, Seite 174, Spezielles zu den Einstellungen für Core-i-Prozessoren in c’t 21/09, Seite 122.

(bbe)