Initiative warnt vor Spam mit kinderpornografischen Inhalten
Die Annahme von Strafverfolgern, dass solche E-Mails ausschlieĂźlich Personen bekommen, die sich zuvor im "dunkleren Milieu" des Internet aufhielten, sei nicht mehr zutreffend, meint die Initiative "no abuse in internet".
Spam-Mails mit kinderpornografischen Inhalten haben in den vergangenen Monaten zugenommen. Das meldet die Wirtschaftsinitiative no abuse in internet (naiin). Besonders Besorgnis erregend ist für naiin, dass Kinderpornos vom Otto Normalsurfer nun nicht mehr zufällig im Internet gefunden würden, sondern per E-Mail frei Haus zugeschickt bekäme. Die Annahme von Strafverfolgern, dass solche E-Mails ausschließlich Personen bekommen, die sich zuvor im "dunkleren Milieu" des Internet aufhielten, sei nicht mehr zutreffend.
"Internet-Nutzern ist dringend davon abzuraten, die Links in diesen E-Mails zu betätigen. Denn sobald sich die Website mit den dort auffindbaren kinderpornografischen Bilddateien lädt, können sich Nutzer bereits strafbar machen", warnt naiin-Jurist Rechtsanwalt Sven Peitzner. Durch den Cache der gängigen Browser würden diese Bilddateien automatisch auf den Rechnern der Nutzer abgelegt. Die Nutzer kämen so in den Besitz kinderpornografischer Schriften, der durch §184b StGB sanktioniert wird. Der Straftatbestand könne mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet werden.
"Das Geschäft mit Kinderpornografie scheint nun auch für Spammer zunehmend attraktiv zu werden", erklärt Dennis Grabowski, Leiter der Internet-Meldestelle Netwatch. Die Umsätze, die mit dem weltweiten Kinderporno-Handel erzielt werden, seien nach Schätzungen der UNO vergleichbar mit denen des illegalen Waffenhandels. "Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Spammer dieses lukrative Geschäftsfeld, welches von dem Leid tausender Kinder lebt, für sich entdecken." naiin betreibt seit November 2000 eine Meldestelle für anstößige Inhalte im Internet. (anw)