Philip Morris muss Strafe zahlen wegen Vernichtung von E-Mails

In einem laufenden Prozess um mögliche Unterschlagung von Gesundheitsrisiken hat sich der Tabakkonzern nicht an die Auflage gehalten, sämtliche Mails der Unternehmenskommunkation zu archivieren.

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Von
  • Torge Löding

Der Tabakkonzern Philip Morris, eine Tochterfirma der Altria Group, muss nach Beschluss des US-Bundesbezirksgerichts in Washington eine Strafe in Höhe von 2,75 Millionen US-Dollar zahlen. Richterin Gladys Kessler hatte das Unternehmen im laufenden Prozess um eventuelle verschwiegene Gesundheitsrisiken in den Marketingkampagnen bereits im Oktober 1999 aufgefordert, den gesamten E-Mail-Verkehr des Unternehmens zu archivieren. Daran hat sich Philip Morris nicht gehalten, sondern sich vielmehr an seiner Praxis orientiert, sämtliche Mails nach sechs Wochen zu löschen.

"Philip Morris USA hält diese Strafe für ungerechtfertigt hoch", heißt es in einer Stellungnahme: "Immerhin hat der Konzern das Gericht von sich aus auf das Problem aufmerksam gemacht, sobald es uns aufgefallen ist." Für Richterin Kessler gilt das nicht als Entschuldigung. "Für den Prozess sind alle Daten aus dem Unternehmen von Relevanz. Ein solches Verhalten kann nicht geduldet werden", schreibt sie zur Begründung. (tol)