Parker Solar Probe meldet sich nach Rendezvous mit der Sonne zurĂĽck
Die Parker Solar Probe der NASA ist an Heiligabend in sechs Millionen Kilometern Entfernung an der Sonne vorbeigerast. Nun hat sie sich zurĂĽckgemeldet.
KĂĽnstlerische Darstellung der Parker Solar Probe
(Bild: NASA)
Die Sonnensonde Parker Solar Probe hat die größte Annäherung an unseren Heimatstern offenbar heil überstanden und sich am Freitag zurückgemeldet. Das hat die US-Weltraumagentur bekanntgegeben und ergänzt, dass das entsprechende Signal in der Nacht empfangen wurde. Vorher war die Sonde tagelang nicht erreichbar, an Heiligabend hat sie die Sonne in lediglich rund 6 Millionen Kilometern Entfernung passiert, und zwar mit einer Geschwindigkeit von etwa 690.000 Kilometer pro Stunde. Dort muss sie Temperaturen von 1000 Grad Celsius aushalten. In diesen Regionen war bislang kein menschengemachtes Gerät unterwegs. Detaillierte Daten des Vorbeiflugs soll die Sonde am 1. Januar zur Erde schicken.
FĂĽr besseren Schutz vor der Sonne
Die Parker Solar Probe ist Mitte August 2018 gestartet und kreist seitdem in immer enger werdenden Bahnen um die Sonne. Sie soll den Stern aus der bislang geringsten Distanz erforschen. Über mehrere Jahre wurde sie bei mehr als 20 Umläufen durch insgesamt sieben Vorbeiflüge an der Venus immer näher an ihn gelenkt. Direkt aus der Korona der Sonne heraus soll sie unter anderem herausfinden, warum diese äußerste Schicht der Sonnenatmosphäre mit mehreren Millionen Grad Celsius deutlich heißer ist als die Oberfläche mit rund 5000 Grad Celsius. Außerdem soll sie klären, wie die Teilchen des Sonnenwinds beschleunigt werden. So soll sie auch dabei helfen, unsere Technik etwa bei Sonnenausbrüchen besser zu schützen.
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Wenn sich bestätigt, dass bei dem jüngsten Vorbeiflug alles glattgelaufen ist, soll die Sonde auf der gleichen elliptischen Bahn weiterfliegen und sich der Sonne am 22. März und 19. Juni erneut in rund sechs Millionen Kilometern Entfernung annähern. Dann hat sie ihre Primärmission erledigt und was danach geschehen soll, wird noch erörtert. In der Forschung hofft man aber, dass die Sonde noch für Jahre Daten aus der direkten Umgebung der Sonne schicken kann. Das für den Betrieb der Sonnensonde zuständige Team hat seinen Sitz am Labor für angewandte Physik der Johns Hopkins University im US-Bundesstaat Maryland.
Eine Entfernungsangabe korrigiert.
(mho)