Luxusfirmen verstärken Anti-Fake-Kampagne im Internet
Nach einem Bericht von Tiffany-Mitarbeitern sind 73 Prozent der bei eBay angebotenen Stücke des Juweliers dreiste Fälschungen.
Das US-Juwelierhaus Tiffany und andere Luxusartikel-Hersteller haben eBay aufs Korn genommen und verklagt, da bei dem Online-Auktionshaus auch Fälschungen von Luxusartikeln aufgetaucht seien. Die Klage ist nach US-Medienberichten aber nur ein Teil einer größer angelegten Anstrengung, mit der Anbietern von Fake-Artikeln das Handwerk gelegt werden soll.
Es steht nach Ansicht der Hersteller viel auf dem Spiel -- das Internet ist nach China und Italien mittlerweile der weltweit drittgrößte Umschlagplatz für gefälschte Luxusartikel geworden, berichtet das Wall Street Journal. Während sich andere Industriezweige -- wie etwa die Musiklabels -- darauf verlegt haben, Anbieter, aber auch Käufer kopierter Artikel einzuschüchtern oder gar zu verfolgen, haben es die Luxusmarkenhersteller nun offenbar ganz und gar auf die Verkaufskanäle im Internet abgesehen.
"Das Internet steht für eine neue Art Geschäfte zu machen, die allgemein begrüßt und geschützt wird. Wir aber fühlen uns dort hinsichtlich des Verkaufes gefälschter Waren wie im Wilden Westen", sagte Tiffany-Anwalt James Swire zur Erklärung der im Juni gegen eBay eingereichten Klage. In einem ähnlich gelagerten Fall hatte der Uhrenhersteller Rolex den deutschen Ableger des Internet-Auktionhauses verklagt. Das Landgericht Düsseldorf entschied jedoch Ende Oktober 2002, dass eBay rechtlich nicht verantwortlich sei für den Vertrieb von gefälschten Markenprodukten per Online-Versteigerung. Der Bundesgerichtshof allerdings gab Rolex in einer Klage gegen Ricardo Recht, wonach ein Auktionshaus-Betreiber, wird er explizit auf Fake-Angebote hingewiesen, diese sperren muss.
Wenn die Markenhersteller nun aber in den USA gewinnen, dann wäre eBay dafür verantwortlich, zu kontrollieren, ob angebotene Luxusartikel echt oder gefälscht seien. In diesem Fahrwasser würden weitere Hersteller folgen und ebenfalls Klage einreichen. Ins Visier der Hersteller würden dann auch weitere Internet-Firmen wie Yahoo oder Google geraten.
Tiffany hat unterdessen Mitarbeiter eigens dazu abgestellt, zu überprüfen, ob bei eBay angebotene Waren des Juweliers echt sind. Das Ergebnis der Tiffany-Spezialisten: Rund 73 Prozent der angebotenen Stücke seien Fälschungen. (tol)