US-Musikverband verklagt erneut Hunderte von Filesharern

Der US-Musikindustrieverband RIAA legt in seinem juristischen Vorgehen gegen vermeintliche Musikpiraterie nach.

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  • JĂĽrgen Kuri

Der US-Musikindustrieverband RIAA legt in seinem juristischen Vorgehen gegen vermeintliche Musikpiraterie nach: Erneut wurden 482 Tauschbörsennutzer verklagt. Zuletzt hatte der Verband Ende Mai Klage gegen 493 Anbieter von Songdateien in P2P-Netzen eingereicht -- mit den neuen Verfahren hat die RIAA damit fast 3500 Filesharer vor den Kadi gezerrt.

Erneut laufen die Verfahren gegen unbekannt (so genannte "John-Doe-Verfahren") -- die RIAA kann erst nach Klageeinreichung versuchen, die IP-Adressen und damit die Identität der User von den Internet-Providern zu erfahren. Ein Gericht hatte Ende vergangenen Jahres entschieden, dass die bis dahin erwirkten Anordnungen zur Herausgabe von Kundendaten der Provider zwecks Verfolgung des illegalen Tausches von Musik mittels Schnellverfahren nicht zulässig seien.

In ihren Vorhaben gegen Tauschbörsen und Raubkopierer, die die Musikindustrie immer wieder aufs Neue für die Umsatzverluste der Branche verantwortlich macht, nimmt die RIAA mittlerweile auch das Digitalradio aufs Korn: Dort sollen nach den Vorstellungen des Verbands ebenfalls Kopierschutzmechanismen eingebaut werden. Auf juristischer Ebene bekommt die Lobby-Gruppe zudem wieder einmal Unterstützung von politischer Seite: US-Senator Orrin Hatch denkt daran, in einem Gesetzesentwurf die Strafbarkeit von "Verleitung zu Copyright-Verletzungen" zu fordern. (jk)