Max-Planck-Institut für Softwaresysteme bekommt Doppelstandort

Das neue Max-Planck-Institut soll anders als das bestehende Institut für Informatik insbesondere an der Fehlervermeidung, der Vernetzung und dem Datenschutz bei Software forschen.

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  • dpa

Das neue Max-Planck-Institut für Softwaresysteme wird mit Saarbrücken und Kaiserslautern einen Doppelstandort bekommen. Damit ist nach dem Institut für Informatik auch das zweite Institut der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) mit diesem Schwerpunkt in Saarbrücken angesiedelt, teilte Ministerpräsident Peter Müller (CDU) am Mittwoch in Saarbrücken mit. Beworben hatten sich für das neue Institut der renommiertesten deutschen Forschungsgesellschaft neben Saarbrücken und Kaiserslautern auch München, Aachen, Darmstadt, Berlin, Dresden und Karlsruhe.

Müller zufolge kommen drei der geplanten fünf Abteilungen und voraussichtlich auch der Verwaltungssitz in die Saar-Hauptstadt. Dies habe die MPG mit dem "vorzüglichen Informatik-Cluster" und der in Saarbrücken und der Region verfügbaren wissenschaftlichen Exzellenz begründet. Das Land habe zugesagt, einen Neubau auf dem Universitätscampus für zehn bis zwölf Millionen Euro sowie Anschubkosten in nicht näher genannter Höhe zu finanzieren. Die Entscheidung der MPG muss noch von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung bestätigt werden.

Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner (SPD) wertete die Ansiedlung als Belohnung für die gute Forschungsarbeit in der Region. "Für das Land Rheinland-Pfalz ist dies eine der bedeutendsten forschungspolitischen Entscheidungen in dieser Legislaturperiode", sagte Zöllner in Mainz. Eine Entscheidung über die Verteilung der fünf Abteilungen sei noch nicht gefallen. Das Land habe die Zusage, dass das neue Institut an beiden Standorten gleichberechtigt eingerichtet werde, sagte Zöllner. An den beiden Standorten sollen insgesamt 280 Mitarbeiter beschäftigt werden, der Jahresetat wird mit gut zehn Millionen beziffert. "Es ist gut, nicht allein zu bleiben, sondern sich mit dem Nachbarn zusammen zu tun", sagte Saar-Wissenschaftsminister Jürgen Schreier (CDU) zu der Kooperation.

Das neue Institut werde -- anders als das benachbarte Institut für Informatik -- insbesondere an der Fehlervermeidung, der Vernetzung und dem Datenschutz bei Software forschen, erläuterte Prof. Thomas Lengauer, Direktor des Informatikinstituts. Sein Institut widme sich Theorien und Berechnungslösungen für Computer. Beide Institute seien gemäß der Max-Planck-Gesellschaft stark in der Grundlagenforschung verankert. Unabhängig vom Bau des neuen Forschungsgebäudes könne das Software-Institut schon im kommenden Jahr seine Arbeit aufnehmen, da eine räumliche Übergangslösung gesichert sei. Über die Besetzung von Professoren und des Gründungs-Direktors sei noch nicht entschieden.

Die Saar-Universität, an der erst kürzlich das Kompetenzzentrum für Informatik und Informationstechnologien (IT) als zentraler Knotenpunkt gegründet worden war, will ihren Informatikschwerpunkt ebenfalls ausweiten und möglicherweise Zwillingsprofessuren mit dem neuen Institut schaffen, sagte Schreier. 1,5 Millionen Euro für zusätzliche Informatik-Professuren wurden vom Land bewilligt. (dpa) / (jk)