DRK-Zentrale in Neubeckum entsteht teilweise im 3D-Druckverfahren

Das Deutsche Rote Kreuz setzt bei der Errichtung eines ihrer Gebäude auf das robotergestützte 3D-Druckverfahren mit nachhaltigen Baustoffen.

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3D-Druckroboter druckt AuĂźenfassade

Der 3D-Druckroboter druckt einen Abschnitt der Außenfassade des DRK-Gebäudes.

(Bild: Sika Deutschland (Screenshot))

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Der Kreisverband Warendorf Beckum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) setzt beim Bau seiner neuen Verwaltungszentrale auf modernes Baumaterial und innovative Bautechniken, darunter auch den robotergestützten 3D-Druck. Teile der Fassade und Innenwände des Gebäudes werden von einem 3D-Druckroboter erstellt.

Innovativ, zukunftsorientiert und klimafreundlich sollte der Neubau des DRK als Ergänzung einer bereits bestehenden Fahrzeughalle auf 450 m² eines 900 m² großen Grundstücks entstehen, heißt es vom DRK Warendorf Beckums in der Zieldefinition des Baus. Das Gebäude umfasst 20 Büros, Schulungsräume und sanitäre Anlagen.

Zum Einsatz kommen dabei neue nachhaltige Materialien wie Verbundstoffe aus Holz, Zement und Stein, Geo-Polymer-Zement und Carbon. Zur Isolation wird Schaum-Zement benutzt. Auch recycelte Materialien kommen zum Einsatz. Der Bau besteht aus einer Kombination aus Fertigelementen, gegossenen Wänden sowie 130 m² Außenfassaden und 150 m² Innenwänden, die im robotergestützten 3D-Druckverfahren erstellt wurden.

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Für den Druck kommt ein IRB 6700 Knickarmroboter mit sechs Freiheitsgraden des Robotikunternehmens ABB zum Einsatz. Der Roboterarm ist auf einer höhenverstellbaren Bühne montiert und läuft zusätzlich auf Schienen, sodass der Roboter beweglicher ist und auch größere Bauabschnitte drucken kann, ohne versetzt werden zu müssen. Der Roboterarm führt dabei eine Spritzdüse, die den Baustoff gleichmäßig aufträgt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um ein Material aus recyceltem Bauschutt und anderen ressourcenschonenden Materialien. Rund 90 Tonnen des zähflüssigen Baustoffs wurden für die Arbeiten am Gebäude verbraucht.

Der 3D-Druckroboter folgt bei der Erstellung des Gebäudes einem vorgegebenen Plan, der zuvor in einer digitalen Version definiert worden ist. Diese Version wird vor Ort an den 3D-Druckroboter übertragen, der dann mit dem Druck beginnt. Schicht für Schicht entstehen so die Gebäudeteile. Und das bei jedem Wetter. Die Vorteile dieses Verfahrens sind die Flexibilität in Form und Aufbau der Wände sowie die kurze Bauzeit. In etwa 100 Stunden konnten Innenwände und Teile der Außenfassade erstellt werden. Insgesamt ließ sich dadurch die Bauzeit des Gebäudes im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen auf ein Viertel der Zeit reduzieren.

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Umgesetzt hat das Projekt der Bauunternehmer Gorgios Staikos mit der Staikos 3D GmbH, ein Pionier der Anwendung robotergestützter 3D-Druckverfahren in der deutschen Bauwirtschaft. Staikos hatte bereits 2021 in Beckum das erste zweigeschossige Wohnhaus Deutschlands komplett im 3D-Druckverfahren errichtet. Bereits damals hatte das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) den Bau gefördert. Auch das DRK-Gebäude erhält eine Förderung. Dieses Mal im Rahmen des Programms "Digitalisierung der Bauwirtschaft und Innovatives Bauen". Die Gesamtkosten für das Gebäude sollen etwa 2,7 Millionen Euro betragen.

(olb)