ePA 3.0: Was bei der elektronischen Patientenakte für alle zu erwarten ist
Für alle gesetzlich Versicherten, die nicht widersprechen, soll ab sofort der automatische Rollout der elektronischen Patientenakte starten. Oder doch nicht?
Die elektronische Patientenakte soll laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach Telemedizin ermöglichen und Dr. KI.
(Bild: greenbutterfly/Shutterstock.com)
Ab heute beginnen viele gesetzliche Krankenkassen mit dem Rollout der elektronischen Patientenakte (ePA) für ihre Versicherten – zumindest für die, die nicht widersprochen haben. Da bislang erst kürzlich eines der beiden Aktensysteme zugelassen wurde, erhalten zunächst nur ein Teil der Versicherten eine neue elektronische Patientenakte. Das betrifft 25 Millionen Versicherte, deren Krankenkassen Kunden von Bitmarck und RISE sind, wie es von Bitmarck heißt.
Damit erhalten zunächst nur wenige die ePA in der Version 3.0 – bevorzugt werden sollen diejenigen, die bereits über eine ePA 2.6 verfügen. Für das ePA-Aktensystem von IBM funktioniert das erst einmal nicht. Dann erscheint beim Anmeldeversuch in der ePA-App etwa die Information: "Entschuldigung, es ist ein unerwarteter Fehler aufgetreten". Hintergrund ist laut Gematik der Migrationsprozess. Mitte Februar sollen alle gesetzlich Versicherten, die dem Anlegen der ePA nicht widersprochen haben, über eine ePA 3.0 verfügen. Laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach laden die Krankenkassen für ihre Versicherten zunächst die Abrechnungsdaten der letzten fünf Jahre in die elektronische Patientenakte. Ansonsten soll zu den bisherigen Funktionen die elektronische Medikationsliste hinzukommen. Bisher konnten wir keinen Einblick in eine neue ePA-App erhalten.
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Was passiert in den Modellregionen?
In Hamburg, Franken und Praxen in Westfalen-Lippe findet zunächst eine Pilotphase statt, an der zum Beispiel auch Krankenhäuser teilnehmen. Das heißt, dass Versicherte, die sich in der Region befinden, ihre ePA dort von einem Arzt oder einer Ärztin befüllen lassen können – sofern die technischen Voraussetzungen gegeben sind. Aufgrund von Sicherheitsmängeln soll es vorerst nur bestimmten Ärzten möglich sein, auf die ePAs ihrer Patienten zuzugreifen. Die Sicherheitslücken will Lauterbach aber beheben lassen. Sofern die Tests in den Modellregionen erfolgreich sind, soll die ePA auch in ganz Deutschland die Behandlung von Patienten unterstützen können. Beim bundesweiten Rollout kann es zudem dazu kommen, dass bereits bestehende Anwendungen wie das E-Rezept oder die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beeinträchtigt werden. Falls es zu Störungen kommt, werden diese auch auf dem WhatsApp-Kanal der Gematik dokumentiert. Wer sehen möchte, welche Daten in der ePA vorhanden sind, sollte die App seiner Krankenkassen nutzen.
(mack)