Militärische Drohnenschwarmtechnik von Saab: Ein Soldat steuert 100 Drohnen
Schweden baut seine Verteidigungsfähigkeit weiter aus. Helfen soll dabei ein weitgehend autonom agierender Drohenschwarm für Aufklärung und Überwachung.
Unterschiedliche Drohnen können zu Schwärmen zusammengefasst und von einem Soldaten gesteuert werden.
(Bild: Saab)
Das schwedische Rüstungsunternehmen Saab Dynamics, Teil der Saab Gruppe, hat eine Drohnenschwarmtechnik für den militärischen Einsatz entwickelt, die die Ansteuerung von bis zu 100 unbemannten Aufklärungsdrohnen zugleich durch einen einzelnen Soldaten ermöglicht. Auch größere und schwerere Drohnen können Teil des Schwarms sein.
Ausbau der schwedischen Verteidigung
Schweden ist nach seinem NATO-Beitritt darauf bedacht, seine Verteidigungsfähigkeit auch mit Blick auf die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine schneller auszubauen. Es hat sich herausgestellt, dass Drohnen in Kampfszenarien immer wichtiger werden – auch zur Aufklärung.
Hier setzt die neue Drohnenschwarmtechnik von Saab an. Der schwedische Verteidigungsminister Pål Jonson gab auf der People and Defense National Conference 2025 im schwedischen Salen einige wenige Einblicke in das neue KI-System, wie unter anderem Soldat & Technik berichtet. Demnach sei es damit möglich, bis zu 100 unbemannte Drohnen verschiedener Größe und Gewichts zugleich von lediglich einem einzelnen Soldaten zu bedienen.
Weitgehend autonom agierender Drohnenschwarm
Teil des Schwarms können Drohnen bis zu einem Gewicht von 25 kg sein. Dabei soll es sich um Drohnen handeln, die zunächst mit Aufklärungs- und Überwachungstechnik ausgestattet sind. Damit sollen sie autonom Missionen erledigen können und so etwa feindliche Objekte lokalisieren und identifizieren helfen.
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Da es sich um elektrisch angetriebene Drohnen handelt, können diese selbstständig wieder zur Basis zurückfliegen, wenn die Akkus zuneige gehen, um nach dem Ladevorgang zum Einsatzort zurückzukehren. Die Drohnen seien untereinander vernetzt, können sich unterschiedliche Aufgaben innerhalb des Schwarms aufteilen.
Das System soll gegen elektronische Kriegsführung abgesichert sein. Die Drohnen seien somit auch in umkämpften Gebieten in der Lage, ihre Aufklärungsdaten an den Bediener zurückzusenden. Saab gibt an, dass die Schulung von Operatoren für das System innerhalb weniger Tage erfolgen könne.
Beschleunigte Entwicklung
Die Entwicklung der Drohnenschwarmtechnik hätte normalerweise fünf Jahre gedauert, sagt Jonson. Schweden habe aber die Entwicklung in den vergangenen zwölf Monaten stark beschleunigt, sodass das System bereits jetzt zur Verfügung stehe. Die Einsatzbereitschaft in realen Szenarien müsse aber noch verifiziert werden. Danach soll die Technik der schwedischen Armee noch im laufenden Jahr zugeführt werden. Das neue System will Schweden bei der NATO-Übung "Arctic Strike" im März genauer vorstellen.
(olb)