Siemens übertrifft Gewinnerwartung
Nach Meinung von Konzernchef Heinrich von Pierer wird der Konzern die Zielsetzungen für das Gesamtjahr übertreffen können.
Der Siemens-Konzern kann sich nicht beschweren. Erst die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche in zwei deutschen Werken und nun auch noch mehr Netto-Gewinn als erwartet. Das operative Ergebnis sei im zweiten Quartal auf 1,24 Milliarden Euro nach 1,02 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum geklettert, teilte der Konzern am Donnerstag in München mit. Der Überschuss sei auf 815 Millionen Euro angewachsen -- im vergangenen Jahr waren es noch 632 Millionen gewesen. Beim Umsatz verbuchte Siemens einen Anstieg um fünf Prozent auf 19,077 Milliarden Euro. Während der Konzern somit beim operativen Ergebnis die Erwartungen der Analysten erfüllte, wurden diese bei Umsatz und Gewinn sogar noch übertroffen.
"Der Gewinn nach Steuern entwickelt sich besser als erwartet", sagte Konzernchef Heinrich von Pierer vor Journalisten. "Auf dieser Basis bin ich zuversichtlich, unsere eigenen Zielsetzungen für das Gesamtjahr übertreffen zu können."
Der neue Vorstandschef von Siemens USA, George Nolen, kündigte unterdessen im Interview mit der Financial Times Deutschland an, den Umsatz in den USA bis Ende 2006 "um mindestens 2 bis 2,5 Milliarden US-Dollar" zu erhöhen. Der Umsatzsprung könne allein durch die Ausweitung des Geschäfts mit bestehenden Kunden gelingen. Erlöse durch Neukunden und Firmenzukäufe seien in seinem 30-Monats-Plan noch gar nicht eingerechnet, sagte Nolen.
Dazu suche der Konzern Übernahmekandidaten. "Siemens hat 13 Milliarden Dollar Bargeld. Wir können Pläne über Zukäufe, die uns wesentlich beim Wachstum voranbringen, auch umsetzen", sagte der seit Januar amtierende US-Chef der weiter. Seinen Vorgänger Klaus Kleinfeld wählte der Siemens-Aufsichtsrat am Mittwoch zum Nachfolger des Konzernchefs Heinrich von Pierer. (tol)