Nach Werbestopp wegen Nazi-Content: Apple angeblich wieder an X interessiert
Um nicht neben rassistischen Inhalten zu erscheinen, haben Konzerne Werbeschaltungen auf X gestoppt – auch Apple. Angeblich gibt es jetzt wieder Interesse.
(Bild: Viktollio/Shutterstock.com)
Apple zieht einem Bericht zufolge in Betracht, wieder auf X (vormals Twitter) zu werben. Es habe in den vergangenen Wochen Gespräche über neue Werbetestläufe auf der Kommunikationsplattform von Elon Musk gegeben, wie das Wall Street Journal berichtet. Wegen des "sich verändernden politischem und gesellschaftlichem Klima" erwägen auch andere Unternehmen, ihre Werbeaktivitäten auf X wieder hochzufahren, schreibt die Wirtschaftszeitung. Amazon sei bereits dabei, die Werbeausgaben hochzufahren.
Apple einst einer der größten Werber auf Twitter
Ebenso wie andere Großkonzerne hatte Apple seine Werbebuchungen auf der Plattform Ende 2023 komplett gestoppt. Grund war der Bericht einer Non-Profit-Organisation, die dokumentierte, dass Werbung für Apple-Produkte und andere Firmen wie IBM auch direkt über oder unter Beiträgen mit positiven Äußerungen zu Adolf Hitler sowie der Ideologie der Nationalsozialisten erschienen.
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Vor der Übernahme durch Elon Musk gehörte Apple zu Twitters größten Werbekunden und zahlte angeblich über 100 Millionen US-Dollar pro Jahr dafür. Direkt nach dem Twitter-Kauf Ende 2022 schoss sich Musk auf Apple ein: Der iPhone-Konzern habe seine Werbebuchungen reduziert und hasse "Free Speech". Musk kritisierte zudem Apples Provision scharf – er werde deswegen gegen Apple "in den Krieg ziehen". Ein persönliches Treffen zwischen Musk und Apple-Chef Tim Cook glättete anschließend offenbar schnell die Wogen. Spitzen-Manager des iPhone-Konzerns bis zu Cook nutzen X weiterhin zur Außenkommunikation, mitunter sogar für eine Event-Ankündigung, die ausschließlich dort verbreitet wurde.
X verklagt ehemalige Werbekunden
Nach dem Werbestopp 2023 wetterte Musk nicht mehr direkt gegen Apple, beschimpfte dafür aber andere ehemalige Werbekunden wie Disney öffentlich. Im vergangenen Sommer reichte X/Twitter in den USA zudem eine Klage gegen einen großen Werbeverband und Konzerne wie Mars ein, die ihre Werbeschaltungen zurückgefahren oder ganz ausgesetzt hatten. Ein solcher Gruppenboykott der Plattform sei illegal.
(lbe)