c't Fotografie für Einsteiger: Kameraeinstellungen für gelungene Bilder
Fotografieren macht Spaß, aber ohne die richtigen Einstellungen kommt man nicht zum gewünschten Ergebnis. Wir haben Tipps für den Einstieg.
Wenn Sie gerade mit der Fotografie anfangen, ist es schwer zu wissen, welche Einstellungen die richtigen sind, um gute Ergebnisse zu erzielen. Unscharfe Motive, ein überbelichteter Himmel und ungewollte Bewegungsunschärfe sind nur ein paar Beispiele für das, was schief laufen kann.
Damit Sie sich nicht in der Tiefe der Möglichkeiten verlieren, haben wir ein paar Tipps aus unserem neuen c’t-Sonderheft Fotografie für Einsteiger, die Ihnen helfen können. Profifotografin Sandra Petrowitz nimmt Sie ab Seite acht mit auf einen aufregenden Trip durch die Motivwelten. Nutzen Sie die angegebenen Parameter, um zu testen. Weichen Sie dann davon ab, um zu sehen, wie sich das Ergebnis verändert. So lernen Sie und entwickeln sich in Ihrer Fotografie weiter.
Porträtfotos
Stellen Sie Ihren Autofokus so ein, dass er das Auge des Models erkennt, um den Fokus perfekt darauf setzen zu können. Ein Betrachter sucht in einem Porträt immer nach einem scharfen Auge, Unschärfe fällt sofort auf. Stellen Sie die Belichtungsmessung auf die Spotmessung, damit Sie das Gesicht ihres Models messen und dieses weder zu hell noch zu dunkel wird.
Sie vermeiden Bewegungsunschärfe im Bild, indem Sie die Verschlusszeit auf etwa 1/200 Sekunde einstellen. Die Blende können Sie frei wählen, je nachdem, wie viel Unschärfe Sie im Hintergrund haben möchten. Hier gilt: Die Unschärfe ist umso stärker ausgeprägt, je kleiner die Blendenzahl wird. Der ISO-Wert sollte so niedrig wie möglich sein.
(Bild: Tom Leon Zacharek)
Landschaftsaufnahmen
Hier ist eine hohe Blendenzahl wichtig, damit Sie über die gesamte Tiefe der Szene eine ausreichende Schärfe erhalten. Wenn Sie, wie weiter oben bereits erwähnt, durch kleine Blendenzahlen mehr Unschärfe erhalten, erreichen Sie mit großen Zahlen genau das Gegenteil. Wählen Sie also für eine scharfe Aufnahme einen Wert zwischen f/8.0 und f/13.
Wird die Belichtungszeit länger als 1/50 Sekunde (diese Angabe variiert mit der Fähigkeit Ihres Bildstabilisators und Ihrer Brennweite), verwenden Sie sicherheitshalber ein Stativ. Es ermöglicht ihnen auch lange Belichtungszeiten von mehreren Sekunden, im Bulb-Modus sogar noch länger. Aus der Hand sind Aufnahmen mit solchen langen Belichtungszeiten immer unscharf. Halten Sie den ISO-Wert so niedrig wie möglich, bei einer hohen Blendenzahl werden Sie diesen jedoch etwas erhöhen müssen.
(Bild: Tom Leon Zacharek)
Mitzieher bei Sportaufnahmen
Wichtig ist bei Sportaufnahmen vor allem, dass Sie den kontinuierlichen Autofokus (AF-C) verwenden. Damit sich der Fokus immer auf die richtige Position des Motives einstellen kann, da sich dieses in Bewegung befindet. Die Verschlusszeit sollte 1/100 Sekunde oder weniger betragen, damit der Hintergrund beim Verfolgen des Motives verschwimmt.
c't Fotografie für Einsteiger (5 Bilder)

Dazu verfolgen Sie einen Punkt am Motiv mit dem gewählten Fokuspunkt und versuchen diesen so gleichmäßig wie möglich dort zu halten. Das gelingt, wenn Sie die Kamera in einer gleichförmigen Bewegung mit Ihrem Motiv mit schwenken, am besten von einem Stativ aus. Passen Sie die Geschwindigkeit Ihres Schwenks an die Ihres des Sportmotivs oder Fahrzeugs an. Nach ersten Erfolgen können Sie die Verschlusszeit dann erhöhen, um mehr Bewegungsunschärfe in Ihren Bildern zu erhalten.
Die Blendenzahl ist nicht von großer Wichtigkeit, allerdings ist eine etwas höhere um f/9.0 von Vorteil, denn durch die erweiterte Schärfentiefe hilft sie, ein wenig bessere Ergebnisse zu erzielen. Den ISO-Wert passen Sie entsprechend an, er sollte so klein wie möglich sein.
(Bild: Tom Leon Zacharek)
Nachtaufnahmen
Hohe ISO-Werte um die 6400 helfen, das Licht zu verstärken, das auf den Sensor fällt, und machen so Bilder bei Dunkelheit möglich. Die Blende sollten Sie so weit wie möglich öffnen, das optimiert Ihre Lichtausbeute nochmals. Dazu wählen Sie die kleinste Blendenzahl, die Ihnen zur Verfügung steht: f/2.8 oder niedriger ist ideal. Die Verschlusszeit sollte bei Aufnahmen aus der Hand nicht länger als 1/50 Sekunde sein. Ist das nicht möglich, verwenden Sie besser ein Stativ. Möchten Sie den ISO-Wert niedrig halten, bietet sich auch eine Langzeitbelichtung an.
Wie bei einem Porträt ist auch hier die Spotmessung die beste Wahl für die Belichtungsmessung. Bei wenig verfügbarem Licht ist es wichtig, dass Ihr Hauptmotiv korrekt belichtet wird. Arbeitet Ihr Autofokus auch im Dunkeln, sollten Sie diesen verwenden. Das funktioniert mal besser und mal schlechter.
Nachtaufnahmen mit künstlichem Licht
Haben Sie künstliche Lichtquellen in Ihrem Bild, ist der Weißabgleich von großer Bedeutung. Stellen Sie diesen zwischen 3500 und 4500 Kelvin ein, sodass Ihr Bild nicht zu warm oder zu kalt wirkt. Möchten Sie Lichtspuren im Bild erzeugen, sollte die Belichtungszeit zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten liegen.
(Bild: Tom Leon Zacharek)
Wenn Sie tiefer einsteigen wollen und ihre Fotografie auf das nächste Level heben wollen, haben wir genau das Richtig für Sie. Ab sofort gibt es unser Heft c’t Fotografie für Einsteiger. Sechs Autoren erklären Ihnen alles, was Sie wissen müssen, um Ihre Kamera zu verstehen, Motive zu gestalten und Aufnahmen zu meistern.
Das Sonderheft c’t Fotografie für Einsteiger ist sowohl in gedruckter Form für 14,90 Euro als auch digital als PDF für 12,99 Euro im heise Shop erhältlich. Bis zum 08.02.2025 entfällt bei einer Bestellung der Print-Ausgabe die Versandkostenpauschale. Ebenfalls im heise Shop finden Sie das gedruckte Heft und die digitale Ausgabe als Bundle für 19,90 Euro. Das Superbundle bestehend aus Heft, PDF und dem Buch „Fotografie verstehen – Technik, Bildgestaltung und Motive“ (4. Auflage), können Sie für 54,80 Euro statt 67,79 Euro im heise shop erwerben.
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(tlz)