Rückenwind für digitalen Euro: EZB hofft auf Kryptogeld-Plan von Trump
Der Plan, offizielle Stablecoins an den US-Dollar zu koppeln, könnte die Unterstützung für den digitalen Euro erhöhen. Das jedenfalls hofft man bei der EZB.
(Bild: Zephyr_p/Shutterstock.com)
Die Europäische Zentralbank hofft, dass Donald Trumps Unterstützung für an den US-Dollar gekoppelte Kryptowährungen (Stablecoins) Rückenwind für die Einführung des digitalen Euro bedeuten könnte. Das erklärt Piero Cipollone aus dem EZB-Direktorium im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.
Er sagte außerdem, dass die Pläne für ein weiteres amerikanisches Zahlungsmittel, das Projekt des digitalen Euros dringlicher werden ließen. Cipollone hofft, dass EU-Rat und das Europäische Parlament ihre Arbeit zu den Rechtsvorschriften noch in diesem Sommer beenden, damit Verhandlungen mit der EU-Kommission beginnen können. Dann wäre es möglich, bis November Regeln zu finalisieren, über die dann abgestimmt werden könnte.
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Denn seine größte Sorge ist, dass Menschen in Europa anfangen, mit Kryptowährungen zu bezahlen, die an den US-Dollar geknüpft sind. Das würde dazu führen, dass die Einlagen dieser Menschen in die Vereinigten Staaten transferiert werden. Gleichzeitig befürchten Banken aber, dass der digitale Euro dazu führt, dass Kunden ihre Bargeld-Rücklagen in das System der EZB umschichten.
Ziel ist dabei, dass das geplante Zahlungssystem nicht auf US-Anbieter wie PayPal oder Visa angewiesen sein soll. Länder wie Nigeria, Jamaika und die Bahamas haben bereits eine digitale Zentralbankwährung (CBDC, Central Bank Digital Currency). Weitere 44 Länder führen laut Reuters momentan Pilotprojekte durch.
(tlz)