Nokia: Intels Leiter für Rechenzentren und KI wird neuer CEO
Der KI-Experte Justin Hotard wird Vorstandsvorsitzender bei Nokia. Er soll die Neuausrichtung des Konzerns auf Felder wie Rechenzentren und KI fortführen.
(Bild: RistoH/Shutterstock.com)
Der finnische Technologiekonzern Nokia hat einen Wechsel in seiner Führungsspitze angekündigt. Der bisherige Präsident und CEO, Pekka Lundmark, hat den Vorstand darüber informiert, dass er sein Amt Ende März niederlegen wird. Neuer Vorstandsvorsitzender wird Justin Hotard, ein Experte für Rechenzentren und künstliche Intelligenz (KI). Das verkündete Nokia am Montag via Pressemitteilung. Hotard wird sein neues Amt am 1. April 2025 antreten.
Der künftige Nokia-Chef leitet derzeit die Geschäftsbereiche für Rechenzentren und künstliche Intelligenz beim US-Halbleiterkonzern Intel. Zuvor war Hotard in verschiedenen Führungspositionen bei großen Technologieunternehmen tätig, darunter Hewlett Packard und NCR Corporation. "Er hat eine starke Erfolgsbilanz bei der Beschleunigung des Wachstums von Technologieunternehmen und verfügt über ein umfangreiches Fachwissen in den Bereichen KI und Rechenzentren, die für das künftige Wachstum von Nokia entscheidend sind", sagte die Nokia-Verwaltungsratsvorsitzende Sari Baldauf.
Neuausrichtung auf andere Geschäftsfelder
Nokia unterstreiche mit der Ernennung Hotards "seine Ambitionen, in neue Wachstumsbereiche zu expandieren", schreibt die US-Tageszeitung Wall Street Journal. Der finnische Konzern hat signalisiert, dass er sich diversifizieren und nach neuem Wachstummärkten außerhalb des Telekommunikationsmarktes suchen will. In seinem traditionellen Kerngeschäft der Mobilfunknetze sieht sich Nokia einem harten Wettbewerb und einer schwankenden Nachfrage gegenüber.
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Im vergangenen Jahr kaufte Nokia für 2,3 Milliarden US-Dollar den US-Konzern Infinera, einen Hersteller von optischen Halbleitern und Netzwerkausrüstung. Der Deal soll Nokias Zugang zu Rechenzentren und damit zum KI-Geschäft und gleichzeitig zum wichtigen US-Markt verbessern. Laut Wall Street Journal erwirtschaftet Nokia etwas mehr als ein Viertel seines Gesamtumsatzes in Nordamerika und konnte dort zuletzt Zuwächse verzeichnen. Insbesondere das Netzwerkinfrastrukturgeschäft, das Produkte für die Vernetzung von Rechenzentren liefert, ist gewachsen. Unter anderem hat Nokia Aufträge von Microsoft erhalten.
Zwei grundlegende Bedingungen erfüllt
Die Neuausrichtung des Konzerns ist vom bisherigen CEO Lundmark, der seit 2020 an der Spitze von Nokia stand, eingeleitet worden. Laut Verwaltungsratschefin Baldauf wurden die Planungen für den Führungswechsel eingeleitet, als Lundmark dem Vorstand mitteilte, dass er einen Rückzug aus der Geschäftsführung in Erwägung ziehen würde, wenn die Neuausrichtung des Unternehmens weiter fortgeschritten und der richtige Nachfolger gefunden sei. "Nun sind beide Bedingungen erfüllt, und er hat sich entschlossen, zurückzutreten", so Baldauf.
Hotard sieht seinen neuen Arbeitgeber als "ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Konnektivität" in einer guten Ausgangsposition. "Netze sind das Rückgrat der Gesellschaft und der Unternehmen und ermöglichen einen technologischen Generationswechsel, wie wir ihn derzeit im Bereich der künstlichen Intelligenz erleben", so Hotard. Er freue sich auf den Start "und darauf, den Transformationsprozess von Nokia fortzusetzen, um das Potenzial für Wachstum und Wertschöpfung zu maximieren."
(akn)