Was OLED-Panels mit RGB-Tandemstruktur bringen sollen

LG Displays verpasst seinen OLED-Panels neue Leuchtschichten und eine Tandemstruktur. Das soll die Spitzenleuchtdichte steigen und sattere Farben produzieren.

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Der Philips OLED+950 Gehört zu den ersten Fernsehern mit LGs lichtstarkem RGB-Tandem-Panel.

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WOLED-Panels (White Organic Light Emitting Diode) von LG Displays stecken in den allermeisten OLED-Fernsehern weltweit, nur wenige OLED-Panels stammen von Samsung. Ein großer Nachteil der QD-OLED-Panels von Samsung Displays: Sie sind aufgrund der Verwendung von Quantenpunkten und blauen Leuchtschichten deutlich teurer in der Fertigung als die konkurrierenden WOLED-Panels. Dafür hängt die Farbsättigung der WOLEDs vom Bildinhalt ab. Außerdem leuchten sie weniger hell als QD-OLED-TVs oder LCD-TVs mit Mini-LEDs im Backlight.

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Dem begegnet LG Displays nun mit einem Update seiner META-Technik: Der koreanische Hersteller nutzt jetzt eine RGB-Tandem genannte Struktur, die in bisherigen Geräten eingebauten Mikrolinsen entfallen (dazu gleich mehr). Eine neue Panelbeschichtung in den RGB-Tandem-OLEDs soll zudem 99 Prozent des am Bildschirm reflektierten Umgebungslichts unterdrücken und so für sattes Schwarz auch in heller Umgebung sorgen.

Bisher hat LG das weiße Licht in seinen WOLED mit zwei blauen und einer gelben Leuchtschicht erzeugt. Das weiße Licht wird mit Farbfiltern über der organischen Schicht in rotes, grünes und blaues Licht für die RGB-Subpixel gewandelt. Das klingt erst mal widersinnig, doch dadurch kann LG die organischen Schichten flächenfüllend auf das Substrat aufbringen und muss sie nicht kostspielig in RGB-Streifen strukturieren. Die Farbfilter sind aus der LCD-Technik etabliert, die Kosten dafür überschaubar.

Statt einer gelben nutzt LG Displays in seinen RGB-Tandem-OLEDs eine rote und eine blaue Leuchtschicht. Darauf lassen sich die Farbfilter verlustärmer optimieren.

(Bild: LG Displays)

In den jüngst vorgestellten META-3-Panels stapelt der Hersteller nun zwischen beziehungsweise auf die blauen Leuchtschichten statt der gelben eine rote und eine grüne. Jeder Layer wird separat angesteuert, zusätzlich wurde die blaue Emissionsschicht weiter optimiert. Die Vorteile des RBGB-Schichtstapels: Die Displayfarben werden satter, außerdem sinkt der Energiebedarf und die Lebensdauer des OLED steigt.

Weil das weiĂźe Licht einen geringeren Gelbanteil besitzt, lassen sich RGB-Grundfarben effizienter filtern und so sattere Displayfarbe erzielen.

(Bild: LG Displays)

Grund sind besagte Farbfilter über der Leuchtschicht: Sie können aus dem Farbspektrum des "weißen" Lichts effizienter RGB herausfiltern, wenn dieses weniger gelbe Anteile enthält. LG verspricht eine Spitzenleuchtdichte von 4000 cd/m2, was im Vergleich zur Vorgängerversion einen Zuwachs von 33 Prozent bedeutet. Die Farbsättigung soll nun 99,5 Prozent des DCI-P3-Farbraums erreichen, der Leistungsbedarf um 20 Prozent sinken. Trennen kann man das aber nicht: entweder deutlich mehr Licht bei gleicher Leistungsaufnahme oder gleiche Leuchtdichte bei deutlich geringerer Stromzufuhr. Die Lebensdauer steigt in jedem Fall, weil weniger Strom durch die Leuchtschicht fließt.

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