Twister-Aufklärungsdrohne: KI-Sensor lokalisiert Artilleriefeuer nach Geräusch

Ein akustischer Sensor kann die Richtung, aus der Artillerie- und Mörserfeuer kommt, ermitteln. Eine KI bestimmt, um welche Art von Feuer es sich handelt.

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Twister Drohne kurz nach dem Start.

Eine Twister-Aufklärungsdrohne trägt den stabförmigen Akustiksensor, um feindliches Artilleriefeuer zu detektieren.

(Bild: Quantum Systems)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der deutsche Hersteller von zivilen und militärischen Überwachungsdrohnen, Quantum Systems, entwickelt derzeit einen akustischen Sensor, der Aufklärungsdrohnen in die Lage versetzen soll, Artillerie- und Mörserfeuer genauer lokalisieren und identifizieren zu können. Das geht aus einem Bericht des Militärmagazins Hartpunkt hervor. Der Sensor misst den Schall, eine Künstliche Intelligenz (KI) wertet die Schallsignatur aus und bestimmt etwa die Art des Schusses.

Der Sensor wird von dem polnischen Unternehmen Weles Acoustics, einer Tochterfirma von Quantum Systems, entwickelt, hat lediglich die Größe eines Zeigefingers und wiegt nur wenige Gramm, heißt es in dem Bericht von Hartpunkt. Der Sensor könne in die militärischen Aufklärungsdrohnen eingebaut werden, die Quantum Systems anbietet. Getestet wird dies mit einer Twister-Drohne.

Der Sensor ist in der Lage, feindliches Artillerie- und Mörserfeuer akustisch zu detektieren und die Richtung zu orten, aus der es kommt. Das soll auf eine Distanz von 15 km klappen. Mit diesen Informationen wird die Kamera der Aufklärungsdrohne automatisch angesteuert, die dann auf die feindliche Stellung ausgerichtet wird. Das soll mit einer Genauigkeit von 5 Grad auf 5 km funktionieren. Bisher musste die Kamera manuell vom Bediener ausgerichtet werden, um eine Stellung optisch zu erfassen.

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Die Informationen zur Schallsignatur sollen zusätzlich von einer KI ausgewertet werden. Damit lässt sich dann unterscheiden, ob der Schuss von einer Artillerie oder einem Mörser abgegeben wurde. Dies ist wichtig, um die passenden Gegenmaßnahmen zur Bekämpfung der feindlichen Stellung ergreifen zu können.

Das integrierte Sensorsystem in der Aufklärungsdrohne könnte mobilen Truppenteilen helfen, genauer als bisher auf Artillerie- und Mörserfeuer zu reagieren. Außerdem wird durch den Einsatz kleinerer Aufklärungsdrohnen, wie etwa einer Twister von Quantum Systems, das sensorische Netzwerk der eigenen Artillerie erweitert. Die Artillerie wird damit in die Lage versetzt, feindliche Stellungen punktgenauer zu bekämpfen.

(olb)