Berliner Forschungsgruppe entwickelt 3D-Druckverfahren für keramisches Material
Keramische Materialien haben attraktive Eigenschaften für viele Anwendungen, sind aber nur schwer zu verarbeiten. Ein neues 3D-Druckverfahren soll das ändern.
3D-gedruckte Modelle eines Mondautos und einer Mondlandefähre
(Bild: BAM)
Ein Mondauto und eine Apollo-Landfähre im Mikrometermaßstab aus dem 3D-Drucker: Eine neue wissenschaftliche Nachwuchsgruppe der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hat ein additives Verfahren entwickelt, um keramische Materialien zu verarbeiten.
Die Forschungsgruppe TransNanoAF entwickelt dafür transparente Tinten, die nanometergroße Keramik-Partikel enthalten. Damit lassen sich transparente Objekte im Mikro- bis Millimeterformat herstellen.
Interessante Eigenschaften
Keramische Materialien haben diverse Eigenschaften, die sie für die unterschiedlichsten Anwendungen im Hightech-Bereich interessant machen, vom medizinischen Implantat bis zum Hitzeschild in Gasturbinen. Dazu gehören etwa Temperaturbeständigkeit, chemische Resistenz, geringe elektrische und thermische Leitfähigkeit oder Verschleißfestigkeit.
Allerdings sind diese Werkstoffe schwierig zu verarbeiten, da sie spröde sind und sich nur schwer in komplexe Formen bringen lassen. Das gilt umso mehr, je kleiner die Bauteile werden, wie etwa die beiden Modelle des Apollo-Programms, die kleiner als ein Millimeter sind.
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Das soll sich durch das neue Verfahren ändern. "Mit unserer Forschung wollen wir für den 3D-Druck keramischer Mikrobauteile neue Anwendungsfelder erschließen und diese Technologie in die Industrie bringen", sagte TransNanoAF-Leiterin Johanna Sänger. "Besonders im Bereich der Medizintechnik und optischer Komponenten wie Lichtleiter bietet unsere Forschung großes Potenzial für Innovationen."
(wpl)