Sony: Playstation 5 verkauft sich besser als zuvor, doch das Filmgeschäft leidet
Im Weihnachtsquartal konnte Sony die Spielkonsolenverkäufe deutlich steigern. Die Gaming- und Musikbereiche wachsen, aber die Filmsparte schwächelt weiter.
(Bild: Shutterstock.com/Tero Vesalainen)
Sony hat vor allem dank steigender Verkäufe der Playstation 5 zum Jahresende höhere Umsätze und Gewinne verzeichnet als erwartet. Neben der Gaming-Sparte konnte auch der Musikbereich höhere Gewinne einfahren, aber das Filmgeschäft leidet erneut. Trotz steigender Einnahmen ging das Betriebsergebnis dieses Konzernbereichs weiter zurück. Insgesamt blickt Sony aber positiv in die Zukunft und erhöht die Prognose für das laufende Quartal. Die Börse ist angetan, der Aktienkurs des japanischen Unternehmens geht weiter nach oben.
Zwar ist es wenig überraschend, dass die Spielkonsolenverkäufe im Weihnachtsquartal höher sind als zu anderen Jahreszeiten, aber Sony konnte in den letzten drei Monaten 2024 deutlich mehr Playstation 5 verkaufen als Ende 2023. Im Vorjahr haben Sonys PS5-Verkaufszahlen enttäuscht und lagen bei 8,2 Millionen Einheiten, doch jetzt konnte der Mischkonzern die PS5-Verkäufe im Jahresabstand um 16 Prozent auf 9,5 Millionen Konsolen steigern. Damit wurden bis Ende 2024 insgesamt 74,9 Millionen Playstation 5 verkauft.
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Das wirkt sich positiv auf das Gesamtergebnis des fiskalischen dritten Quartals von Sonys Geschäftsjahr 2024 aus. In den Monaten Oktober bis Dezember 2024 hat der Konzern seinen Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 4,4 Billionen japanische Yen gesteigert, das sind umgerechnet 27,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig ist das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent gewachsen auf zuletzt 469,3 Milliarden Yen (2,9 Milliarden Euro). Diese Zahlen liegen laut CNBC deutlich über den Erwartungen der Analysten, die mit 3,77 Billionen Yen Umsatz und 404,2 Milliarden Yen Betriebsgewinn gerechnet hatten.
Gaming- und Musikbereiche ĂĽberzeugen
Den größten Anteil an diesem Ergebnis haben Sonys "Game & Network Services". Die Gaming-Sparte konnte den Umsatz dank der höheren PS5-Verkäufe und höherer Nachfrage nach Spielen und Netzwerkdiensten im letzten Quartal um 16 Prozent auf 1,682 Billionen Yen steigern (10,5 Milliarden Euro). Das Betriebsergebnis dieses Konzernbereichs ist dabei um sogar 37 Prozent höher ausgefallen als im Vorjahr und liegt jetzt bei 118,1 Milliarden Yen (739 Millionen Euro).
Sonys Musikgeschäfte sind nicht weniger erfolgreich. Im Jahresendquartal konnte Sony Music den Umsatz dank höherer Streaming-Einnahmen um 14 Prozent auf 481,7 Milliarden Yen steigern (3,01 Milliarden Euro). Das Betriebsergebnis ist sogar um 28 Prozent auf 97,4 Milliarden Yen gewachsen (609,2 Millionen Euro).
Schwächen bei Film, Foto und Finanzen
Dagegen schwächelt das Film-Business weiter. Schon letzten Sommer floppte Sonys Filmgeschäft, und das hat sich fortgesetzt. Der Umsatz der Filmsparte ist zuletzt zwar um 9 Prozent auf 398,2 Milliarden Yen angestiegen (2,49 Milliarden Euro), aber das Betriebsergebnis sank um 18 Prozent auf 34 Milliarden Yen (212,9 Millionen Euro). Sony schreibt dies höheren Marketingkosten und geringeren Lizenzeinnahmen für TV- und Streaming-Serien zu. Auch die Hollywood-Streiks haben sich laut Sony kommenden CEO Hiroki Totoki bemerkbar gemacht und führten zu Verschiebungen von Filmen der Spiderman- und Jumanji-Reihen, schreibt Variety.
Der Umsatz von Sonys Foto-Sparte, die etwa Kamerasensoren für Smartphones liefert, ging im Jahresabstand um ein Prozent zurück auf 500,9 Milliarden Yen (3,1 Milliarden Euro) und das Betriebsergebnis ist gleichzeitig um 2 Prozent auf 97,5 Milliarden Yen gesunken (610,8 Millionen Euro). Sony führt dies auf geringere Auslieferungen für Mobilgeräte zurück.
Sonys Sparte der Finanzdienstleistungen und Versicherungen konnte die Einnahmen im Jahresvergleich zwar um satte 130 Prozent auf 718,5 Milliarden Yen steigern (4,5 Milliarden Euro), aber das operative Ergebnis ist um 40 Prozent auf 46,4 Milliarden Yen eingebrochen (290,9 Millionen Euro). Der Konzern macht höhere Aufwendungen für Versicherungsfinanzierung dafür verantwortlich.
Positiver Ausblick beflĂĽgelt Sony-Aktie
Trotzdem erhöht Sony die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, das im März abgeschlossen wird. So erwartet der Konzern einen um vier Prozent höheren Jahresumsatz als zuvor, und das Betriebsergebnis soll nun zwei Prozent höher ausfallen. Das kommt bei Anlegern offenbar gut an. Nachdem der Aktienkurs Sonys im Tagesverlauf bereits um 5,5 Prozent angezogen hat, ging es nachbörslich weitere 2,4 Prozent nach oben.
(fds)