Bildgestaltung: Wie man fotografische Akzente setzt
Akzente sind ein wesentlicher Bildbestandteil. Bei der Bildkomposition ist es wichtig bildrelevante zu finden und ablenkende auszuklammern.
Ein gutes Foto sollte klar und aufgeräumt sein, sich also auf die wesentlichen Bildelemente konzentrieren.
(Bild: Kevin Wolf)
- Frank DĂĽrrach
In diesem Artikel geht es um den Kern der fotografischen Bildgestaltung, also um das, was Aufnahmen klar, visuell stark und atmosphärisch macht. Meisterhafte Fotografie hat freilich noch zwei andere Zutaten, nämlich eine souveräne fotografische Technik und interessante Bildinhalte. Ein gutes Bild könnten Sie sich als Punkt in einem Dreieck vorstellen, dessen Ecken Technik, Inhalt und Bildgestaltung bilden. Irgendwo in diesem Dreieck ist jedes Bild verortet; je nachdem, worauf seine Urheberin oder sein Urheber besonders Wert gelegt hat.
Ich kenne geniale Aufnahmen, deren Technik (oft ganz bewusst) sehr "verschlechtert" wurde; der Japaner Daidō Moriyama und der Schwede JH Engström sind wichtige Fotografen, die auf diese Weise die Härte und die Verletztheit unserer Welt in ihre Bilder übertragen. Und ich sehe häufig Aufnahmen – es sind eigentlich die meisten –, die wenig Inhalt haben, aber trotzdem sehr sehenswert sind. Was es nach meiner Ansicht aber praktisch nicht gibt, sind Fotos, deren Bildgestaltung schwach ist, die jedoch trotzdem funktionieren.
Das mit dem "Funktionieren" muss ich vielleicht noch kurz erklären, bevor wir zum eigentlichen Thema kommen. Ich habe in der Lehre nach ein paar Jahren entdeckt, dass es weitgehend sinnlos ist, zu diskutieren, ob ein Bild gefällt, also ob es "schön" ist. Das ist wichtig, aber einfach zu subjektiv und zu sehr "aus dem Bauch heraus", um Lehrende und Studierende an einer Fotoakademie oder Hochschule weiterzubringen. Es klappt dagegen hervorragend, sich zu fragen, für welchen Zweck ein Bild gedacht ist (es können mehrere Zwecke sein, aber niemals keiner) und ob alles getan wurde, diesen optimal zu erreichen. Das klingt etwas unromantisch, ist aber enorm hilfreich und bringt die Beteiligten sofort wieder zu Technik, Inhalt und – vor allem – zur Bildgestaltung.
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