Gefahr gebannt: Einschlag des Asteroiden 2024 YRâ‚„ jetzt fast ausgeschlossen
Dank neuer Beobachtungen gilt ein Einschlag des Asteroiden 2024 YR₄ im Jahr 2032 jetzt als fast ausgeschlossen. Weitere dürften noch völlige Klarheit liefern.
(Bild: buradaki/Shutterstock.com)
Nach weiteren Beobachtungen ist die Wahrscheinlichkeit, dass der erdnahe Asteroid 2024 YR4 in sieben Jahren auf der Erde einschlägt, deutlich nach unten korrigiert worden. Während die NASA noch eine Einschlagwahrscheinlichkeit von 0,27 Prozent errechnet, sind es bei der ESA nur noch 0,14 Prozent. Gleichzeitig wurde der Asteroid auf der sogenannten Turiner Skala zur Einstufung der Gefahr durch Asteroiden von Klasse 3 auf Klasse 1 herabgestuft, er wird also nicht mehr als ungewöhnlich gefährlich betrachtet. Spätestens in den kommenden Tagen dürfte dann als abschließend gesichert gelten, dass der Himmelskörper 2032 zwar innerhalb der Umlaufbahn des Mondes, aber noch in sicherer Entfernung an der Erde vorbeifliegen wird.
Zwischenzeitlich Rekorde gebrochen
2024 YR4 wurde am 27. Dezember kurz nach seinem jüngsten Rendezvous mit der Erde entdeckt. Folgebeobachtungen haben dann ergeben, dass ein Einschlag des 40 bis 90 Meter großen Asteroiden bei seiner übernächsten Begegnung nicht ausgeschlossen werden kann. Mehrere Wochen und damit ungewöhnlich lange stand der Asteroid deshalb an der Spitze der Listen von ESA und NASA mit den aktuell gefährlichsten Himmelskörpern. Vorübergehend wurde die Einschlagwahrscheinlichkeit auch höher angegeben als der bisherige Spitzenwert für einen vergleichsweise großen Asteroiden. Außerdem lag die Wahrscheinlichkeit so lange über einem Prozent, wie bei keinem vergleichbaren Objekt zuvor. Damit ist es nun aber vorbei.
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Nach weiteren Beobachtungen in den kommenden Tagen dürfte die ermittelte Einschlagwahrscheinlichkeit dann auf 0 fallen. Die angesetzten Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop James Webb werden dafür wohl nicht mehr nötig sein. Das sollte ihn Anfang März und Ende Mai ins Visier nehmen, danach wird er jahrelang nicht mehr zu beobachten sein. Herausfinden wollte man neben der genauen Umlaufbahn auch die präzise Größe. Wenn der Asteroid tatsächlich auf Kollisionskurs mit der Erde gewesen wäre, hätte sich das Ausmaß möglicher Schäden deutlich unterschieden, je nachdem wie groß er ist.
Weil ein Einschlag auf der Erde wochenlang nicht komplett ausgeschlossen werden konnte, haben auch zwei von den Vereinten Nationen anerkannte Organisationen ihre Arbeit aufgenommen. Außer dem von der NASA koordinierten Internationalen Asteroidenwarnnetzwerk (IAWN) ist das die Beratungsgruppe zur Planung von Weltraummissionen (SPMAG) bei der ESA. Diese hat sich bei einem Meeting mit dem Himmelskörper befasst und entschieden, dass er weiter beobachtet und untersucht werden soll. Erst vor wenigen Tagen hat außerdem der deutsche Raumfahrtkonzern OHB publik gemacht, dass mögliche Abwehrmaßnahmen geprüft würden. Das ist nun ebenfalls nicht mehr nötig.
(mho)