Hilfe gegen Kollisionen: Winziges Licht soll Satelliten identifizierbar machen
Um die Erde kreisen immer mehr Satelliten und deren Identifizierung wird schwieriger. Abhilfe könnte ein winziger Laser schaffen, der in einem Muster blinkt.
(Bild: Frame Stock Footage/Shutterstock.com)
Ein winziges Laserlicht könnte künftig wie eine Art KfZ-Kennzeichen dafür sorgen, dass Satelliten von der Erde eindeutig identifiziert werden können und damit bei der Vermeidung von gefährlichen Kollisionen helfen. Das meint man am Los Alamos National Laboratory, wo die Technik namens ELROI (Extremely Low Resource Optical Identifier) entwickelt wurde. Nicht größer als eine dicke Briefmarke sollen die Geräte in einem bestimmten Muster blinken und von der Erde aus mit einem kleinen Teleskop erkennbar sein. Anhand des Musters soll soll dann leicht zu ermitteln sein, um welchen Satelliten es sich handelt. Im vorigen Jahr durchgeführte Tests hätten gezeigt, dass das funktioniert.
Ein kleines Licht als Kennzeichen
Wie die US-Großforschungseinrichtung in Erinnerung ruft, kreisen in der Erdumlaufbahn schon zehntausende künstliche Satelliten und kontinuierlich wird es dort voller. Damit steigt die Gefahr von Kollisionen, die extrem gefährliche Kettenreaktionen auslösen können. Auch deshalb beobachten verschiedene Institutionen die Objekte und versuchen, mögliche Kollisionen vorherzusehen. Wenn eine Gefahr erkannt wird, würden die Verantwortlichen für beide Satelliten kontaktiert, damit mögliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Das funktioniert aber nur, wenn überhaupt ermittelt werden kann, um welche Satelliten es sich genau handelt. Das sei aber teils extrem schwierig.
(Bild:Â LANL)
Genau hier soll ELROI helfen, schreibt das Team. Satellitenbetreiber könnten das winzige Licht einfach außen an ihre Geräte anbringen, dort könne es sich mit einer kleinen Solarzelle selbst mit Energie versorgen. Einmal im All soll es dann in einem individuellen Muster blinken und dabei nicht heller sein, als die LED, die an beliebigen Haushaltsgeräten anzeigen, dass die angeschaltet sind. Das würde demnach aber ausreichen, um das Signal mit einem kleinen Teleskop von der Erdoberfläche aus zu sehen. Dank des Signals könnte man damit rasch herausfinden, welcher Satellit da gerade beobachtet wird. Bei zwei Versuchen im vergangenen Jahr habe das funktioniert. ELROI sei "billig, winzig, autark und leicht zu befestigen", fasst Projektleiter David Palmer zusammen.
Videos by heise
Worauf das Team in der Vorstellung nicht eingeht, sind mögliche Folgen für die Astronomie, sollte sich ELROI tatsächlich in großem Umfang durchsetzen. Schon jetzt ist die wachsende Zahl an Satelliten ein großes Problem für die astronomische Forschung, immer mehr Aufnahmen müssen verworfen werden, weil Satelliten darauf als störende Streifen zu sehen sind. Das betrifft sogar das Weltraumteleskop Hubble. Sollten die Satelliten künftig selbst leuchten und sei es auch nur extrem schwach, dürfte das für die äußerst sensiblen Instrumente noch störender sein. Außerdem sind die bisherigen Störungen vor allem in den Abend- und Morgenstunden am größten, weil die Satelliten da das Sonnenlicht reflektieren. Künftig könnte das Problem dann die ganze Nacht bestehen.
(mho)