Hinweis auf Steam: Activision verwendet generative KI in "Call of Duty"
Entwickler, die KI benutzen, müssen das auf Steam offenlegen. Nun hat mit "Call of Duty" ein sehr prominenter Titel den KI-Hinweis bekommen.
(Bild: Activision)
"Unser Team setzt generative KI-Tools ein, um ausgewählte Spielelemente zu entwickeln." Auf der Steam-Seite der jüngeren "Call of Duty"-Shooter findet sich ein Disclaimer, der auf den Einsatz generativer KI im Entwicklungsprozess hinweist. Damit bestätigt Publisher Activision, was viele Fans schon länger vermuten.
Sie verdächtigen Activision, unter anderem KI für Promo-Bilder der regelmäßig nachgelieferten Waffen-Skins und Ingame-Goodies zu verwenden. Nähere Details über den Einsatz von KI in "Call of Duty" gehen aus dem Steam-Disclaimer allerdings nicht hervor: Es handelt sich um eine Standard-Formulierung von Valve, die für alle Entwickler verpflichtend sein soll, die KI im Entwicklungsprozess einsetzen.
(Bild: Valve)
Mehrere "Call of Duty"-Spiele mit KI entwickelt
Der Hinweis auf KI-Einsatz findet sich daher bei mehreren Titeln aus dem "Call of Duty"-Katalog von Activision – unter anderem bei "Black Ops 6" (2024), "Warzone" (2020) und dem 2022 veröffentlichten "Call of Duty". "Black Ops: Cold War" (2020), "Vanguard" (2021) und "Modern Warfare 3" (2023) zeigen keinen Hinweis auf den Einsatz von KI im Entwicklungsprozess.
Weil KI-Assets auch in nachträglich veröffentlichten Kosmetik-Paketen enthalten sein können, ist dabei nicht unbedingt nur das Release-Datum entscheidend, sondern auch die Dauer des Supports. Das 2020 erschienene "Warzone" dürfte etwa in seiner Basisversion ohne KI entwickelt worden sein, hat aber offenbar Ingame-Items bekommen, die unter Einsatz von KI entwickelt wurden.
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Für viele Spiele ist KI-Einsatz bei der Entwicklung von Videospielen ein rotes Tuch – in einem Steam-Thread fordern sie sogar die Möglichkeit, solche Spiele wegzufiltern. Dabei ist der bei "Call of Duty"-Spielen angezeigte Hinweis nicht besonders fein: Wie viele Spielelemente letztlich mit KI-Tools entwickelt wurden, ist nicht klar.
Laut der jüngsten Befragung der Game Developers Conference nutzen 36 Prozent der Spieleentwickler in ihrem Job KI. 27 Prozent gaben an, dass ihre Unternehmen nicht am Einsatz von generativer KI interessiert sind.
(dahe)