Raspis Pico taktet jetzt offiziell mit 200 MHz

Der Raspberry Pi RP2040 taktet jetzt regulär mit 200 MHz. Bestehende Projekte profitieren von mehr Leistung – und das ohne Overclocking-Risiken.

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Der Pi Pico ist von oben zu sehen. er liegt liecht schräg.

(Bild: heise online)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Daniel Schwabe

Der RP2040 aus dem Jahr 2021, bekannt aus dem Raspberry Pi Pico und anderen zahlreichen Maker-Boards, hat ein überraschendes Upgrade erhalten. Eine neue Version des Pico-SDK (Software Development Kit) ermöglicht es nun, den Mikrocontroller offiziell mit bis zu 200 MHz zu betreiben. Zuvor lag die Standardtaktfrequenz bei 133 MHz. Zwar wussten Bastler bereits, dass der Chip mit manuellem Overclocking oft weit darüber hinausgehen konnte, jetzt wurde aber das Limit offiziell angehoben.

Die höhere Taktfrequenz ist standardmäßig nicht aktiviert. Um von der Leistungssteigerung zu profitieren, muss man das Pico-SDK auf Version 2.1.1 updaten und dann die Präprozessor-Direktive SYS_CLK_MHZ=200 setzen. Ist diese Option ausgewählt, wird auch die Regulatorspannung automatisch auf 1,15 Volt angehoben.

Eine höhere Taktfrequenz bedeutet, dass der Mikrocontroller mehr Rechenoperationen pro Sekunde ausführen kann. Dadurch laufen Programme schneller, Sensoren können öfter ausgelesen werden und komplexe Berechnungen dauern weniger lang. Das ist besonders für Maker-Projekte nützlich, die schnelle Reaktionen oder präzisere Steuerungen brauchen, etwa bei Robotern, Echtzeit-Sensoren oder Grafikprojekten. Mehr Leistung bedeutet weniger Wartezeit und potenziell flüssigere Abläufe.

Auf der Release-Seite des Pico-SDKs findet man eine Zusammenfassung weiterer Neuerungen. Im Bezug auf die höhere Taktung wird auch angegeben, dass solche offiziellen Takterhöhungen in Zukunft für andere Mikrocontroller kommen können.

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Augenscheinlich hat der RP2040 mit 200 MHz jetzt seinen Nachfolger, den 2350 mit 150 MHz überholt. Allerdings sollte man nicht glauben, dass der RP2040 durch die höhere Taktung plötzlich leistungsfähiger als neuere Chips ist. Der RP2350 verwendet stärkere Cortex-M33-Kerne und verfügt zusätzlich noch über RISC-V-Kerne (Hazard3). Durch seine neuere Architektur läuft er schneller und effizienter. Während der RP2040 nun schneller taktet, hat der RP2350 durch seine neuere Hardware immer noch einen Leistungsvorteil in vielen Szenarien.

Wer sich genauer mit dem RP2350 beschäftigen will, findet alle Informationen in unserem Test zum Raspberry Pi Pico 2.

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